Buwog: Neuer Zeuge belastet Ex-Finanzminister Grasser

Die Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Chef der Vergabekommission, Wilfried Trabold, einvernommen. Er soll sich "verwundert" über die Bevorzugung von Lehman Brothers bei der Buwog-Privatisierung gezeigt haben.

Buwog: Neuer Zeuge belastet Grasser
Buwog: Neuer Zeuge belastet Grasser
Buwog: Neuer Zeuge belastet Grasser – (c) EPA (Helmut Fohringer)

Die Staatsanwaltschaft Wien hat in Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen um die Buwog-Privatisierung unter dem damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser einen weiteren Zeugen einvernommen. Das berichtete die "ZiB2" am Montagabend. Wilfried Trabold, ehemaliger Chef der Vergabekommission, habe demnach die Glaubwürdigkeit von Grassers Ex-Mitarbeiter Michael Ramprecht untermauert.

Bei der Befragung ging es demnach unter anderem um die umstrittene Entscheidung, als Investmentbank für die Buwog-Privatisierung Lehman Brothers und nicht die CA Investmentbank auszuwählen. Staatsanwaltschaft-Sprecher Thomas Vecsey sagte gegenüber der "ZiB", Trabold habe sich in seiner Einvernahme über diese Entscheidung "verwundert" gezeigt.

Ramprecht: Buwog-Verkauf "abgekartertes Spiel"

Die Einvernahme Trabolds soll damit die Glaubwürdigkeit von Grassers Ex-Mitarbeiter Ramprecht gestärkt haben. Dieser hatte ja erklärt, der Verkauf des Buwog-Pakets sei ein "abgekartetes Spiel" gewesen. Das Verfahren zur Auswahl einer Investmentbank, die den Verkauf des Buwog-Pakets begleiten sollte, sei in Richtung Lehman Brothers beeinflusst worden sei. Grasser klagte Ramprecht deswegen auf Üble Nachrede geklagt. Dazu gibt es am Donnerstag eine weitere Verhandlung.

Der Vergabevorgang an Lehman Brothers ist derzeit Gegenstand von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Staatsanwaltschafts-Sprecher Vecsey erklärte bereits am Montagnachmittag, die Ermittlungen seien "konkretisiert, der Verdacht ist erhärtet". Der Verdacht gegen Grasser und Ramprecht lautet auf Untreue, da mit Lehman Brothers nicht der Best- bzw. Billigstbieter genommen worden sei. Lehman hat laut Medienberichten 10,2 Mio. Euro für die Beratung bei der Buwog-Privatisierung erhalten. Der Anwalt Grassers, Manfred Ainedter, wies am Montag erneut alle Vorwürfe zurück.

 

(APA)

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