Österreich hat 194,2 Milliarden Euro Schulden

30.09.2010 | 10:40 |   (DiePresse.com)

Die öffentliche Verschuldung ist im zweiten Quartal 2010 um 7,7 Milliarden Euro auf 194,272 Milliarden Euro im Vergleich zum ersten Quartal gewachsen. Vor allem die Schulden der Sozialversicherung stiegen stark.

Bald könnte die Marke von 200 Milliarden Euro erreicht sein: Im zweiten Quartal 2010 stiegen die Schulden der Gebietskörperschaften auf 194,272 Milliarden Euro. Das sind um 4,9 Milliarden mehr als Ende Juni 2009 oder 7,8 Milliarden Euro mehr als nach dem ersten Quartal des heurigen Jahres. Der Schuldenstand entspricht 69,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, wie aus der aktuellen Berechnung der Statistik Austria hervorgeht. Bei 8,3 Millionen Einwohnern entspricht das einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 23.400 Euro in Österreich. Würde Österreich jedes Jahr einen Budgetüberschuss von nur einer halben Milliarde Euro schaffen und diesen vollständig zur Tilgung aller öffentlichen Schulden verwenden, so würde die vollständige Entschuldung 388,5 Jahre dauern - allerdings sind in dieser Berechnung noch keine Zinsen berücksichtigt.

 

Sozialversicherungen besonders verschuldet

Die größte Steigerung der Schulden gab es bei den Sozialversicherungsträgern, die Ende Juni mit 2,149 Milliarden Euro in der Kreide standen. Drei Monate zuvor waren sie mit nur 1,629 Milliarden Euro verschuldet.

Die öffentliche Verschuldung im Überblick:

 


Öffentliche Schulden Veränderung

in Millionen Euro zum Vorquartal
Q1 2010 Q2 2010 in Mio. € In %
Bund 166.521 172.730 6.209 3,7
Länder 12.102 12.361 259 2,1
Gemeinden 6.255 7.032 777 12,4
Soz.Vers 1.629 2.149 520 31,2
gesamt 186.507 194.272 7.764 4,2





Öffentliche Schulden im Zeitverlauf Veränderung

in Mio. € In % d. BIP zum Vorquartal
2. Qu 09 189.392 68,50 3.403
3. Qu 09 185.127 67,50 -4.265
4. Qu 09 185.075 67,50 -52
1. Qu 10 186.507 67,70 1.432
2. Qu 10 194.272 69,90 7.764

Mehr Steuereinnahmen

Gleichzeitig nahm der Staat im ersten Halbjahr 2010 aber um 1,2 Milliarden Euro mehr an Steuern ein als im Budgetvoranschlag geplant (DiePresse.com berichtete). Gemeinsam mit der anspringenden Konjunktur erwarten viele daher, dass die gesamten Steuereinnahmen heuer um 1,7 Milliarden Euro höher sein werden als geplant. Die Diskussion um die Verteilung der zusätzlichen Milliarden ist schon im Gange. Würden jedes Jahr 1,7 Milliarden Euro zur Tilgung der öffentlichen Schulden verwendet, so wäre Österreich in 115 Jahren schuldenfrei - wenn man die in der Zeit anfallenden Schulden ebenso nicht berücksichtigt wie eine inflationsbedingte Erhöhung der 1,7 Milliarden Euro.

 

 

 

(ebl)

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