Goldman Sachs ist der „böseste Lobbyist“ der EU

Neben der Investmentbank räumte auch die RWE bei den „Worst EU Lobbying Awards“ ab.

Brüssel/Auer. Die Investmentbank Goldman Sachs und der Energiekonzern RWE wurden zu den „fragwürdigsten Lobbyisten“ in Brüssel gewählt. Acht von zehn Gesetzen, die Firmen in Europa betreffen, werden in der EU-Hauptstadt geschrieben. Kein Wunder, dass finanzstarke Konzerne ihre Einflüsterer nahe an den dortigen Entscheidungsträgern postieren. Oft geschehe das mit unlauteren Mitteln, behauptet eine Gruppe von NGOs, die die „Worst EU Lobbying Awards“ initiiert haben.

Goldman Sachs räumte den „Preis“ gemeinsam mit der Lobbygruppe ISDA für aggressives Lobbying gegen die Regulierung von Derivaten ab. Obwohl Star-Investor Warren Buffet diese als „Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet, ist ihre Mitschuld an der Finanzkrise umstritten. Goldman Sachs konnte jedenfalls eine allzu strenge Regulierung verhindern. Die Bank saß in fast allen EU-Beratergruppen zur Finanzmarktregulierung. Die deutsche RWE wurde für ihre Doppelstrategie ausgezeichnet: Öffentlich gibt sich RWE ein grünes Image – in Brüssel kämpft der Konzern um längere Laufzeiten seiner alten Kraftwerke.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2010)

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