Australier übernehmen Lithium-Vorkommen in Kärnten

Eine australische Bergbaufirma will auf der Koralpe Lithium abbauen. Dort befinden sich die wahrscheinlich größten Vorkommen in ganz Europa.

Australier uebernehmen LithiumProjekt Kaernten
Australier uebernehmen LithiumProjekt Kaernten
PAUL SANCYA

18 Millionen Tonnen Erz mit einem Gehalt von 1,6 Prozent Lithiumoxid sind im kärntnerisch-steirischen Grenzgebiet nachgewiesen, weitere 10 Millionen Tonnen werden vermutet. Damit befindet sich das wahrscheinlich größte Lithium-Vorkommen in ganz Europa in Österreich. Nun will laut Medienberichten die australische Bergbau-Gesellschaft East Coast Minerals (ECM) das stillgelegte Bergwerk, das der Kärntner Montanindustrie gehört, kaufen.  80 Prozent will die ECM erwerben. Montanindustrie-Geschäftsführer Andreas Henckel-Donnersmarck erklärte zu den Plänen der Australier gegenüber der "Kleinen Zeitung", dass es Gespräche mit möglichen Partnern gebe, verkauft sei aber noch nichts."

Weltmarktpreise machen Abbau rentabel

Das Projekt weist nach Berechnungsweise dem Code des Joint Ore Reserves Committee (JORC) Vorräte von 18 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 1,6% Li2O auf. Der JORC-Code stellt ein verbindliches System zur Klassifizierung von Einschätzungen im Bergbau dar.

Die jüngste Entwicklung der Rohstoffpreise, speziell mit weltweit stark steigenden Preisen für seltene Erden, lassen die bislang in Frage gestellte Rentabilität des Projekts in einem neuen Licht erscheinen. Die ECM will rund 9,5 Mio. Euro investieren, derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Strategisch wichtig für Europa

Das Lithium-Projekt gilt bei europäischen Lithium-Abnehmern als strategisch besonders bedeutsam. Die Importabhängigkeit der EU von Lithium wird in einem Bericht zur Rohstoffversorgung mit Erzen und Mineralien zwar als nicht so gravierend wie bei den Seltenen Erden angegeben - diese kommen derzeit zu 97 Prozent aus China - dennoch ist die Abhängigkeit hoch und könne eine technologische Weiterentwicklung Europas behindern.

Lithium ist weltweit stark nachgefragt, das weiche Leichtmetall wird derzeit vor allem in Chile, Argentinien, den USA und China abgebaut. Lithium-Ionen-Akkus werden sowohl für Mobiltelefone und Laptops, als auch als Speichermedien für Elektroautos verwendet. Ihr großer Vorteil: Sie sind thermisch stabil und unterliegen nicht dem sogenannten Memory-Effekt.

(APA/Ag.)

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