Nächste Runde zwischen Gewerkschaft und Bellaflora

Die Abgeltung der Sonntagsarbeit soll nicht in vollem Ausmaß gewährt worden sein. Bellaflora-Chef Wichtl kontert: "Haben keine Fehler gemacht".

Naechste Runde Duell Gewerkschaft
Naechste Runde Duell Gewerkschaft
(c) Www.bilderbox.com (Erwin Wodicka)

Die Gewerkschaft lässt in puncto Sonntagsöffnung beim Blumenhändler Bellaflora nicht locker. Nachdem Bellaflora am gestrigen 1. Mai offen gehalten hat, fordert die Arbeitnehmervertretung in einem offenen Schreiben an den Geschäftsführer des Unternehmens, Alois Wichtl, die gesetzlich korrekte Abgeltung für die geleistete Arbeit.

"Uns liegen zwischenzeitlich zahlreiche Informationen vor, dass die laut Arbeitsruhegesetz und Kollektivvertrag vorgesehene Abgeltung der Sonntagsarbeit nicht in vollem Ausmaß gewährt wurde", ließ GPA-Vize Karl Proyer wissen. Bellaflora-Chef Wichtl, früher Chefverhandler der Kammer bei den Gehaltsverhandlungen, weist das zurück: "Ich weiß nicht, wo die Gewerkschaft das wieder her hat. Wir haben keine Fehler gemacht, wir schauen auf unsere Mitarbeiter."

Bellaflora hatte nur zwei Öffnungen geplant

Bellaflora hat bei der Gewerkschaft mit dem Aufsperren ausgerechnet am 1. Mai für relativ großes Aufsehen gesorgt. Zuvor hat der Pflanzenhändler schon am 17. April (Palmsonntag) seine Läden in ganz Österreich aufgemacht. Wichtl kann die Aufregung nicht verstehen, man habe nur an diesen zwei Sonntagen aufgemacht und es sei auch nicht geplant, heuer noch einmal an einem Sonntag aufzusperren. "Als Gärtner dürfen wir sechsmal im Jahr am Sonntag aufsperren", ist er überzeugt.

Die Gewerkschaft sieht das allerdings anders. Bellaflora habe eine Berechtigung für den Handel und somit sei die Öffnung der Filialen an einem Sonntag ungesetzlich. Ausnahmen gebe es für Handelsbetriebe in Tourismusgemeinden, Bahnhöfen oder Krankenanstalten.

Die Blumenkette Holland Blumen Mark beispielsweise gelte als Florist (Gewerbe) und dürfe deshalb am Sonntag aufsperren, erklärte Manfred Wolf von der GPA.

Bellaflora wurde  1978 gegründet und bezeichnet sich als Österreichs " grüne Nummer 1". Das Unternehmen ist mit 25 Standorten in 7 Bundesländern vertreten und steht in Eigentum der Umdasch-Eignerin Hilde Umdasch.

 

(APA)

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