Ladenöffnung: Bucher präsentiert Drei-Punkte-Plan

Einkaufen von 6 bis 22 Uhr und Sonntagsöffnung in der Wiener City: Das BZÖ will mit neuen Regelungen 20.000 Arbeitsplätze schaffen.

Josef Bucher (BZÖ)
Josef Bucher (BZÖ)
REUTERS (Lisi Niesner)

Das BZÖ beteiligt sich an der Diskussion über das Offenhalten von Geschäften an Sonntagen mit einem eigenen Drei-Punkte-Plan. Diesen präsentierte  BZÖ-Chef Josef Bucher gemeinsam mit dem früheren Rewe-Chef Veit Schalle am Dienstag in Wien.

Die derzeit geltenden Regelungen der Ladenöffnungszeiten seien durch viele Ausnahmen für Konsumenten unübersichtlich und nicht marktkonform, kritisierte Bucher. Das BZÖ fordert daher, dass künftig in einer Testphase von drei Jahren alle Geschäfte von Montag bis Samstag, jeweils von 6 bis 22 Uhr offenhalten dürfen. Das sind insgesamt 96 Stunden pro Woche anstatt 72 Stunden wie bisher.

Sechs offene Sonntage im Jahr

Die Partei bekenne sich zwar zum Sonntag "als Tag der Ruhe, der Familie und des Vereinslebens", so Bucher. Aber es solle die Möglichkeit für alle Betriebe geben, an sechs frei wählbaren Sonntagen im Jahr offen zu halten. In allen Tourismusregionen - inklusive der Wiener Innenstadt - sollen die Geschäfte jeden Sonntag von 14 bis 19 Uhr offen bleiben dürfen.

"Mir tut das Herz weh, wenn ich am Sonntag durch die Wiener Innenstadt gehe und es ist alles voll, aber die Geschäfte sind zu", sagt Veit Schalle. Durch die neuen Öffnungszeiten 20.000 neue Jobs geschaffen. Außerdem würden derzeit ohnehin 680.000 Menschen in Österreich auch am Sonntag arbeiten, übers Jahr gesehen sogar über eine Million Menschen.

Für die Angestellten verlangt Bucher die Festschreibung eines 100-prozentigen Sonntags- und Feiertagszuschlages sowie einen freien Tag als Ausgleich.

Gegen Offenhalten rund um die Uhr

Ein Offenhalten rund um die Uhr wie in Prag oder Bratislava würde nichts bringen, meint der frühere Billa-Manager, "denn ab zehn Uhr ist nichts mehr los, es wird nur das Geschäft für den nächsten Tag sauber gemacht". Auf jeden Fall notwendig wäre aber eine Freigabe des Sortiments auf Flughäfen und Bahnhöfen.

Längerfristig müssten sich die neuen Öffnungszeiten auch für die Konsumenten rechnen, meint Schalle. Für die Geschäfte würden an zusätzlichen Kosten nur die Personalkosten anfallen - Miete, Versicherung und Energiekosten blieben aber gleich.

FPÖ kritisiert "Turbokapitalismus"

Strikt gegen eine Sonntagsöffnung ist hingegen die FPÖ, deren Sozialsprecher Herbert Kickl heute per Aussendung den "Turbokapitalismus" geißelte und gleichzeitig in Frage stellte, ob sich eine Sonntagsöffnung für die Geschäfte überhaupt auszahlen würde.

(APA)

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