Anzeige gegen Lyoness: Vorwurf des "Schneeballsystem"

Der Kärntner Anwalt Huainigg ortet ein "illegales Gewinnerwartungssystem". Die Firma dementiert vehement, die Funktionsweise sei "klar nachvollziehbar".

Gegen die Einkaufsgemeinschaft Lyoness wurde eine Strafanzeige eingebracht
Gegen die Einkaufsgemeinschaft Lyoness wurde eine Strafanzeige eingebracht
(c) Lyoness Management GmbH (Lyoness Management Gmbh)

Die weltweit aktive Einkaufsgemeinschaft Lyoness aus Graz ist mit einer Strafanzeige des Klagenfurter Rechtsanwalts  Gunter Huainigg im Namen eines Mandanten konfrontiert. Der Hauptvorwurf der Anzeige: Bei Lyoness handle es sich um ein illegales Gewinnerwartungssystem - also ein pyramidenartig aufgebautes Schneeballsystem. Das Unternehmen weist alle Vorwürfe vehement zurück: "Wir betreiben eine Einkaufsgemeinschaft, welche klar nachvollziehbar ist."

Die Staatsanwaltschaft bestätigte das Einlangen der Strafanzeige. Ob sich die Anklagebehörde in Graz oder in Klagenfurt um die Causa kümmern muss, war vorerst nicht entschieden. "Für uns besteht kein Zweifel, dass es sich bei Lyoness um ein ausgeklügeltes Schneeballsystem handelt", erklärte Huainigg.

"Anzahlung auf zukünftige Einkünfte"

In der Anzeige wird minuziös aufgelistet, warum sich das System Lyoness mit der selbst propagierten einprozentigen Rabattspanne durch Handelsumsätze nie selbst finanzieren könne. Das wahre Kerngeschäft der Firma basiere auf der sogenannten "Anzahlung auf zukünftige Einkünfte". Mit diesem Begriff würden Kunden und Öffentlichkeit jedoch massiv getäuscht.

Dass es sich bei Lyoness um eine Einkaufsgemeinschaft handle, sei eine Täuschung. Kunden würden verleitet, in der Hoffnung auf hohe Gewinne Anzahlungen zu leisten und wiederum andere Personen werben, weitere Anzahlungen zu tätigen.

Die Stiftung der "Lyoness Child & Family Foundation" sei lediglich zu "Tarnzwecken" gegründet worden, um die Kunden und die Öffentlichkeit bewusst mit sozialen Projekten vom wahren System Lyoness abzulenken, kritisiert der Anwalt.

Lyoness weist Vorwürfe zurück

Lyoness sieht dies freilich ganz anders. "Die Anzeige ist schon Monate alt. Der Anzeiger ist ein ehemaliger Lyoness-Mitarbeiter, dem Malversationen bei einer Lyoness-Landesgesellschaft vorgeworfen werden", so das Unternehmen in einer Aussendung.

Lyoness habe seinerseits bereits im Sommer 2011 eine Strafanzeige gegen den Mann eingebracht. "Laut den Lyoness vorliegenden Informationen ist er selbst Hauptbeschuldigter in einem gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren", teilte das Unternehmen mit. Details wurden nicht genannt.

"Die Behauptung, dass es sich bei Lyoness um ein illegales Gewinnerwartungssystem handelt, muss ich entschieden zurückweisen", so Mathias Vorbach in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA. "Empfehlungsmarketing, wie wir es anwenden, ist eine legale Form des Handelns." Auch der Vorwurf, die Foundation diene nur der Tarnung, entbehre jeder Grundlage. "Bei der Lyoness Child & Family Foundation handelt es sich um eine unabhängige gemeinnützige Stiftung, die 2008 ins Leben gerufen wurde."

Die Funktionsweise von Lyoness lasse sich "ganz einfach erklären", so Vorbach auf eine entsprechende Frage. Lyoness-Mitglieder partizipierten selbst am getätigten Einkauf und dem Einkauf eines Mitglieds, das von ihnen empfohlen wurde. In diesem Fall bezahle Lyoness einen sogenannten Freundschaftsbonus von 0,5 Prozent an das Mitglied.

(APA/Red.)

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