A5-Betreiber Bonaventura schreibt Millionen-Verlust

Bonaventura betreibt die Nordautobahn, die Außenringschnellstraße und die Nordrand Schnellstraße. Die Mauteinnahmen sind geringer als berechnet.

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Autobahn – (c) dapd (David Hecker)

Der private Autobahnbetreiber Bonaventura, neben der Nordautobahn (A5) auch für die Wiener Außenringschnellstraße (S1) und die Nordrand Schnellstraße (S2) verantwortlich, dürfte mit Verlusten im zweistelligen Millionenbereich kämpfen. Laut einem Bericht der "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) vom Montag waren das Verkehrsaufkommen und dadurch die Zahlungen, die von der Asfinag geleistet werden, bisher weitaus geringer als in den ursprünglichen Berechnungen prognostiziert.

Die Prognosen, auf denen die Rechnungen des Unternehmens fußten, stammen aus dem Jahr 2006 und somit aus der Zeit vor Ausbruch der Wirtschaftskrise. Durch diese sei aber auch das Verkehrsaufkommen gesunken, vor allem der für Bonaventura lukrative Lkw-Verkehr sei zurückgegangen und trage nur einen Anteil von zehn Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen auf der A5. Pro Durchfahrt von Nord nach Süd erhält der private Autobahnbetreiber von der Asfinag eine "Schattenmaut" von vier Euro, pro Pkw 40 Cent. Die aktuellen Verkehrszahlen fallen laut "NÖN" um drei bis 53 Prozent geringer aus als erwartet.

20 Prozent Einbruch

Insgesamt habe man 2011 rund 20 Millionen Euro an Mauteinnahmen vergütet bekommen, erklärte Andreas Stark, Sprecher der Geschäftsführung der Bonaventura, der "NÖN". Daneben habe man noch ein "Verfügbarkeitsentgelt" von 40 Millionen Euro erhalten. "Aber 20 Prozent Einbruch heißt, wir verdienen nichts mehr", wird er zitiert - der Verdiensteinbruch nagt also am Gewinn, Abschreibungen und Zinszahlungen würden ins Gewicht fallen, das Eigenkapital sei negativ. Laut Firmenbuch lag der Bilanzverlust 2010 bei 29,6 Millionen Euro, das Eigenkapital bei minus 3,6 Millionen Euro. Details wollte Stark aber nicht sagen.

Von Finanzexperten werde die Bonaventura aber dennoch positiv beurteilt, so die Wochenzeitung. Hinter dem Unternehmen stehen nämlich mit der spanisch-österreichischen Alpine, der deutschen Hochtief und der französischen Egis drei große Firmen. Sie errichteten das 51 Kilometer lange Autobahnteilstück um 800 Millionen Euro und sind bis 2039 für dessen Betrieb und Erhaltung zuständig, dann geht es ins Eigentum der Asfinag über. Auch Stark zeigte sich optimistisch: Die finanzielle Lage sei "situativ", insgesamt gehe es um einen Betrieb mit über 30 Jahren Laufzeit. Man erwarte durch den Bau des noch fehlenden A5-Abschnitts bis zur tschechischen Grenze und den S1-Lückenschluss eine positive Entwicklung.

 

(APA)

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