Hotel Intercontinental geht an Investor Michael Tojner

Das Wiener Hotel Intercontinental ist nun um 50 Millionen Euro in österreichischer Hand.

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Michael Tojner – (c) APA (Roland Schlager)

[wien] Das Wiener Hotel Intercontinental hat eine bewegte Geschichte: 1964 wurde es als erstes Fünfstern-Hotel in der Bundeshauptstadt errichtet - von der US-Fluggesellschaft PanAm, der die Intercontinental-Hotelgruppe seinerzeit gehörte. Dann musste sich PanAm aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen von den Hotels trennen, vor etwa sieben Jahren übernahm ein Morgan-Stanley-Fonds das Wiener Hotel zusammen mit sechs weiteren Intercont-Häusern in Europa. Doch dann schlitterte Morgan Stanley selbst in die Krise, die sieben Intercont-Hotels wurden vom libanesischen Investor Toufic Aboukhater erworben. Jetzt ist das Wiener Intercontinental am Stadtpark wieder in österreichischer Hand: Der Investor Michael Tojner hat das Hotel um rund 50 Mio. Euro übernommen.

Umtriebiger Investor

Der 46jährige Tojner hat mit seiner Global-Equity-Partners-Gruppe über die Jahre immer wieder Schlagzeilen gemacht: Er hat bisher rund 56 junge Firmen finanziert (etwa Bet and Win oder das Verkehrstelematikunternehmen Efkon), hat etliche Industriebeteiligungen erworben (zuletzt zwei kroatische Aluminiumunternehmen von der Hypo Alpe Adria) und investierte in spektakuläre Immobilienprojekte (wie die Wiener Heumühle oder das Ankeruhr-Haus in der Wiener Innenstadt).

Jetzt hat seine Immobilientochter Wertinvest auch beim Intercontinental zugeschlagen. Wie Tojner der „Presse" erklärte, habe er das Projekt fünf Jahre lang verfolgt, vor einem Jahr wurden die Verhandlungen gestartet. Mittlerweile sind die Verträge unterzeichnet, jetzt muss nur mehr die Wettbewerbsbehörde ihr Okay geben. Das Closing des Deals erwartet Tojner Ende April, Anfang Mai.
Und dann? Das Hotel wird weiterhin von der Intercontinental-Gruppe betrieben werden - der jetzige Vertrag läuft noch 19 Jahre, inklusive Verlängerungsoptionen sind es 39 Jahre.

Tatsache ist allerdings, dass das Intercont modernisiert werden muss - „die Fassade wurde in den vergangenen Jahren vernachlässigt", findet Tojner. Was aber nichts daran ändert, dass vor allem Staatsgäste (wie US-Präsident George W. Bush im Jahre 2006) dort gerne logieren - der frei stehende Komplex ist einfacher zu bewachen.

Möglicherweise wird das Hotel aber auch vergrößert. Derzeit hat es eine Nutzfläche von 42.000 Quadratmetern: 458 Zimmer und eine Kongressfläche von 1400 Quadratmetern. Dazu will Tojner allerdings im Gespräch mit der „Presse" keine Auskunft geben, „das wird alles noch evaluiert", sagt er. „Bis zum Herbst soll aber feststehen, was passieren wird."

Dabei werden dem Vernehmen nach auch die „Anrainer" des Hotels ein Wörtchen mitzureden haben: der „Wiener Eislaufverein", der im Jahre 2008 an einen Privatinvestor verkauft wurde und das Wiener Konzerthaus sollen in das neue Konzept eingebunden werden.

 

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