Novomatic gewinnt auch in OÖ das Spiel um Automaten

Der Konzern erhält Lizenzen in NÖ und OÖ. Sechs Interessenten gingen leer aus, darunter Casinos Austria. Oberösterreich hat auch eine Konzession für 449 Automaten in Einzelaufstellung vergeben.

(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Linz/Wien. Die im niederösterreichischen Gumpoldskirchen ansässige Novomatic hat nicht nur in der Heimat Glück. Nachdem der Glücksspielkonzern Anfang März im größten Bundesland den Zuschlag für maximal 1339 Automaten, die in Spielsalons mit bis zu 50 Geräten betrieben werden können, erhalten hatte, landete er auch in Oberösterreich einen Volltreffer.

Die Novomatic – bzw. Firmen, die in ihrem Einflussbereich sind – hat die beiden Lizenzen für Automatensalons mit je 362 Geräten erhalten, wie Landeshauptmann Josef Pühringer und der zuständige Landesrat Hermann Kepplinger am Freitag mitteilten. Sechs Interessenten gingen leer aus, darunter Casinos Austria, der oberösterreichische Automatenhersteller Amatic und die Merkur Entertainment von Frank Stronach und der deutschen Gauselmann-Gruppe.

Eine Lizenz erhält die Admiral Casinos & Entertainment AG, eine hundertprozentige Tochter der Novomatic. Die zweite Lizenz geht an die PA Entertainment & Automaten AG. Eigentümer und Vorstand dieser Grazer Firma ist Helmut Polanz. Eine seiner Firmen ist die MM Kaffeehaus GmbH. Diese besitzt er je zur Hälfte mit seiner Frau Patricia Polanz. Sie ist auch Vorstand der Admiral Casinos & Entertainment AG.

Oberösterreich hat auch eine Konzession für 449 Automaten in Einzelaufstellung – vorrangig in Gasthäusern – vergeben: Sie geht an die Excellent Entertainment AG aus Traun. Alleineigentümer ist der vor allem in der Bauwirtschaft aktive Franz Hofinger.

Die Dominanz der Novomatic, die als einer der größten Automatenproduzenten eine entsprechende Expertise ausweist, regt die Konkurrenz auf. Die Merkur kündigte wieder rechtliche Schritte an. Auch die Amatic prüft solche. Von der Novomatic hieß es dazu, dass sich jeder bewerben konnte und man keinen Einfluss auf die Auswahl der Landesregierung habe.

 

Zwei Große teilen den Markt?

Die Entscheidungen in Nieder- und in Oberösterreich bestärken allerdings Kritiker, die zu Beginn der Neuvergabe aller Glücksspiellizenzen gemeint haben, dass sich die beiden großen Anbieter Casinos Austria und Novomatic den Markt aufteilen würden. Die Novomatic würde beim Automatenspiel (neben Nieder- und Oberösterreich vergibt auch das Burgenland Konzessionen) zum Zug kommen, Casinos Austria wieder die Spielbanken erhalten, hieß es. Die Ausschreibung der Spielbanken-Lizenzen läuft, Verfassungsjuristen haben schwere Bedenken gegen die Vergabe in „Paketen“ zu je sechs Spielbanken geäußert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2012)

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