Fischer-Schwester Löffler zählt zu Outdoor-Pionieren

Funktionsbekleidung. Das Geschäft mit funktioneller Sportbekleidung boomt. Die oberösterreichische Firma Löffler begann in den 1940er-Jahren als Sockenhersteller und zählt heute zu den Topproduzenten in Österreich.

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Thomas Bachun)

Ried im Innkreis. Die Geschichte von Löffler begann in den 1940er-Jahren: Elfriede Löffler startete als Privatperson mit der Fertigung von Strümpfen und Socken, später ging die Firma in eine GmbH über. 1973 übernahm der Skihersteller Fischer die Textilfirma, als diese in finanzielle Schieflage geraten war. Fischer machte aus ihr, was sie heute ist: einen der führenden Hersteller von Funktionsbekleidung am österreichischen Markt.

Die oberösterreichische Textilfirma bewegt sich damit in einem stark wachsenden Segment: Funktionsbekleidung wird von den großen Sporthändlern bereits das ganze Jahr über verkauft. Die Umsatzzuwächse in diesem Handelssegment sind meist zweistellig. Löffler erzielt 41 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 26 Mio. Euro mit Fahrradbekleidung. Gemessen am Absatz verkauft sich funktionelle Unterwäsche am häufigsten, sagt Geschäftsführer Otto Leodolter. Hier halte Löffler in Österreich bei 35 Prozent Marktanteil. In den Wintermonaten kommt das Gros des Umsatzes aus Langlaufbekleidung. Einen geringen Teil der Umsätze lukriert Löffler auch aus öffentlichen Großaufträgen, zum Beispiel aus der Fertigung von Dienstkleidung für Bundesheer und Polizei.

Exportanteil liegt bei 55 Prozent

Die Textilfirma schrieb in den vergangenen Jahren kontinuierlich Gewinne. Da sie neben Winterartikeln auch Bekleidung für Sommersportarten anbietet, ist sie weniger abhängig von frostigen Temperaturen (die den Verkauf von Winterware fördern) als Skihersteller Fischer.
Löfflers Umsätze stiegen in den vergangenen Jahren um jährlich zwischen drei und fünf Prozent. 55 Prozent gehen in den Export: Die stärksten Absatzmärkte sind Deutschland, die Schweiz, Russland und Italien.

Otto Leodolter hat seine Position erst im März dieses Jahres vollumfänglich vom langjährigen Firmenchef Bruno Obermayer übernommen. Er hatte bereits bei Fischer gearbeitet und danach die Firma Hartjes, Hersteller von Gesundheits- und Sportschuhen, geleitet. Löffler zählt 200 Mitarbeiter und zu den letzten Textilherstellern, die in Österreich produzieren lassen, betont Leodolter.

Fachkräftemangel in der Branche

Viele der Stoffe durchlaufen am Standort fast alle Fertigungsabläufe. In einem ersten Schritt wird das Garn maschinell zu Stoffen verstrickt. Auf Grundlage von Computer-Berechnungen werden aus den Stoffen Teile ausgeschnitten, die später zu Bausteinen von Shirts, Radhosen oder Hauben werden.

In einem letzten Schritt werden die einzelnen Stoffstücke zu Kleidungsstücken vernäht. Leodolter klagt über fehlende Fachkräfte in der Textilfertigung: „Unsere Mitarbeiterinnen müssen einiges leisten, zum Teil müssen sie alle Stücke aus unseren ständig wechselnden Kollektionen nähen können.“ Zurzeit bildet das Unternehmen fünf Lehrlinge aus.

Auf einen Blick

Die Firma Löffler gehört seit 1973 zur Fischer-Sports-Gruppe. Der Hersteller von Funktionsbekleidung erzielte mit 200 Mitarbeitern zuletzt 26 Mio. Euro Umsatz. 55 Prozent der Erlöse kommen aus dem Export, Otto Leodolter (Bild) ist seit März Geschäftsführer. [ Furtner ]

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