Banken bunkern bereits 828 Milliarden Euro bei EZB

Rekordvolumen in Einlagefazilität erneut übertroffen. Händler: "Geld kommt nicht in Realwirtschaft an."

Banken bunkern Geld bei EZB
Banken bunkern Geld bei EZB
(c) AP (Michael Probst)

Die Banken bunkern weiter ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in noch nie dagewesenem Umfang: Per Montagabend kletterte die Summe der Übernacht-Einlagen bei der Notenbank auf 827,5 Milliarden. Euro und übertraf damit das Rekordvolumen vom Vortag. "Das Geld kommt nicht in der Realwirtschaft an", sagte ein Händler. "Die Banken nutzen es nur, um ihre Bilanzen zu sichern und nicht um einander oder gar Unternehmen und Privatleuten etwas zu leihen."

Ungeachtet der hohen Liquidität mussten sich allerdings eine oder mehrere Banken bei der EZB auch wieder mehr Geld ausleihen: Das Volumen der Spitzenrefinanzierungsfazilität stieg deutlich auf 1,4 Milliarden Euro. Dafür müssen die Banken einen Zins von 1,75 Prozent an die Währungshüter zahlen. Für die Einlage bekommen sie auf der anderen Seite lediglich 0,25 Prozent. Das ist auch der Zins, um den seit Monaten das Tagesgeld schwankt.

Bei ihrem wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäft teilte die EZB zudem 65 Banken 17,5 Milliarden Euro zu. Nach den Berechnungen der Notenbank haben die Banken derzeit 905 Mrd. Euro mehr zur Verfügung als sie zur Erfüllung der Mindestreserve brauchen.

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