Arbeitslosigkeit in Eurozone fast auf 15-Jahres-Hoch

Die Arbeitslosenquote in den 17 Ländern der Eurozone liegt bei durchschnittlich 10,8 Prozent. Das ist so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr. Experten rechnen aufgrund der Krise der Mittelmeerländer mit weiteren Zunahme.

Symbolbild
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(c) AP (MICHAEL PROBST)

Wien/hie/ag. Die Problemländer an der europäischen Peripherie hat es auch in puncto Arbeitslosigkeit ordentlich erwischt: Im Februar waren in den 17 Mitgliedsländern der Eurozone mehr als 17 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind um 162.000 mehr als im Jänner – die Quote beträgt damit 10,8 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent. Obwohl die Arbeitslosigkeit in einigen Ländern gesunken ist, erreichte sie in der Eurozone den höchsten Stand seit fast 15 Jahren: Im April des Jahres 1997 betrug sie 10,9 Prozent.

Österreich geht aus der Statistik wiederholt als eine Insel der Seligen hervor: Mit einer Quote von 4,2 Prozent ist Österreich das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit in der gesamten Europäischen Union, gefolgt von den Niederlanden (4,9) und Luxemburg (5,2). An vierter Stelle steht Deutschland mit 5,7 Prozent. Anders die Lage im Süden: In Portugal betrug die Arbeitslosigkeit 15 Prozent, noch schlimmer ist die Lage in Spanien (23,6) und Griechenland (21).

Helmut Hofer, Arbeitsmarkt-Experte am IHS, glaubt nicht, dass Österreich seine Spitzenposition bald einbüßen wird: „Solange das Wachstum im Vergleich zur Eurozone so stark bleibt, ist nicht zu erwarten, dass wir einen starken Anstieg haben werden.“ Wenngleich ein Anstieg nicht völlig ausbleiben wird: Das IHS rechnet in seiner aktuellen Prognose damit, dass die Arbeitslosigkeit heuer auf 4,5 Prozent klettern wird, das Wifo geht von 4,6 Prozent aus. In absoluten Zahlen ein Anstieg um rund 15.000 Personen. „Das wäre immer noch der beste Wert in der EU“, so Hofer.



Dramatisch bleibt die Lage für die Jungen: In einigen EU-Ländern ist die Hälfte der unter 25-Jährigen ohne Job – wie etwa in Spanien. In Portugal und der Slowakei sind es 35 beziehungsweise 34 Prozent. Und auch in Italien bleibt die Jugendarbeitslosigkeit mit mittlerweile fast 32 Prozent hoch: Im Vergleich zum Jänner ist sie um fast einen Prozentpunkt gestiegen. Damit sind in den 27 EU-Ländern beinahe 5,5 Millionen Jugendliche ohne Job.

Tendenz weiter steigend

Die Wirtschaft in der Eurozone wird den Prognosen zufolge heuer schrumpfen. Experten rechnen daher damit, dass die Arbeitslosigkeit bis Jahresende auf elf Prozent klettern wird. In Österreich dürfte die Arbeitslosigkeit auch 2013 weiter ansteigen, wenn auch nur leicht.

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