Eurozone: Sparpakete treiben Industrie in Dreijahres-Tief

Der Markit-Einkaufsmanagerindex signalisierte im April nur mehr für Österreich und Irland Wachstum. Die harten Sparprogramme schlagen durch.

Industrie der Eurozone schrumpft wie seit drei Jahren nicht mehr
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Industrie der Eurozone schrumpft wie seit drei Jahren nicht mehr
(c) AP (Jeff Roberson)

Die ohnehin schwierige Lage der Industrie in den Euroländern hat sich zu Frühlingsbeginn verschärft. Der Einkaufsmanagerindex rutschte im April um 1,8 auf 45,9 Punkte ab, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 3000 Firmen mit. Das ist der schlechteste Wert seit knapp drei Jahren. Das Barometer entfernte sich damit weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Misere schlägt auch auf den Arbeitsmarkt durch: Es wurden so viele Jobs gestrichen wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

"Die Eurozone-Industrie ist im April noch tiefer in die Rezession geschlittert", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Dass angesichts zunehmender Auftragsverluste so viele Stellen gestrichen wurden wie seit über zwei Jahren nicht mehr, deutet überdies darauf hin, dass die Branchenakteure so schnell nicht mit einer Trendwende rechnen."

Schwäche nicht auf Krisenländer begrenzt

Die Schwäche ist nicht mehr nur auf Krisenstaaten wie Spanien, Griechenland und Italien begrenzt. Lediglich in Österreich und Irland signalisierte das Barometer noch Wachstum. "Da sich ein Großteil des Warenverkehrs mit Industrieerzeugnissen zwischen den Euro-Ländern abspielt, haben die Nachfrageausfälle aus den mit harten Sparprogrammen kämpfenden Schuldenländern Südeuropas zunehmend negative Auswirkungen auf die gesamte Eurozone", sagte Williamson. "Offensichtlich auch auf Deutschland, was die neuerlichen Produktionskürzungen dort zeigen."

Hoffnung machte der nachlassende Kostendruck. Das könne "den einen oder anderen Wachstumsimpuls" geben, sagte Williamson.

(APA/Ag.)

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