Spanische Bankenkrise: Milliarden-Verlust statt Gewinn

Der Mutterkonzern der maroden Sparkasse Bankia, BFA, musste das Ergebnis korrigieren. Von 41 Millionen Euro Gewinn auf ein Minus von 3,3 Milliarden Euro.

Der Mutterkonzern der Bankia muss tiefrote Zahlen schreiben
Der Mutterkonzern der Bankia muss tiefrote Zahlen schreiben
(c) REUTERS (SERGIO PEREZ)

Der Mutterkonzern der maroden spanischen Sparkasse Bankia, BFA, hat seine Unternehmensergebnisse für 2011 korrigiert und weist nun einen Milliardenverlust aus. Statt eines Gewinns von 41 Millionen Euro stehe nun ein Minus von 3,3 Milliarden Euro in den Büchern, hieß es am Montagabend in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht.

Die neuen Zahlen spiegelten eine Überprüfung der Kredit-Portfolios und der Kapitalbedürfnisse wieder. Bankia hatte am Freitag einen Finanzierungsbedarf von zusätzlich 19 Milliarden Euro angemeldet. Der Aktienkurs von Bankia brach am Montag zeitweise um mehr als 25 Prozent ein, nachdem die Notierung der Aktie am Freitag einstweilen ausgesetzt worden war.

Bankia gilt als der größte Problemfall in der spanischen Finanzkrise. Die Bank, die aus der Fusion von Caja Madrid mit mehreren Sparkassenketten hervorgegangen war, hat besonders viele "faule" Immobilienkredite in ihren Bilanzen. Eine Pleite hätte aufgrund der Größe des Geldinstituts verheerende Folgen für das spanische Finanzsystem.

"Keine europäische Rettungsaktion"

 Spanien will sich aus eigener Kraft gegen den Strudel der heimischen Banken- und Finanzkrise stemmen. Madrid glaubt, ohne fremde Hilfe auszukommen. "Es wird für die spanischen Geldhäuser keine europäische Rettungsaktion geben", erklärte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Montag. Nach Angaben der Budgetstaatssekretärin Marta Fernandez Curras ist die Rekapitalisierung der Banken bereits angelaufen. Der Staat werde die Mittel zur Verfügung stellen, die notwendig seien. "Eine europäische Rettungsoperation ist nicht notwendig."

Rajoy gab indes zu, dass Spanien es derzeit "sehr schwer" habe, sich auf den Finanzmärkten frisches Geld zu beschaffen. Am Montag zogen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen auf Rekordhöhen von mehr als 500 Basispunkte an. Mit 6,41 Prozent mussten die Iberer am Pfingstmontag bereits um 508 Basispunkte mehr Zinsen für ihre zehnjährigen Anleihen zahlen als Deutschland.

(Ag.)

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