Austro-Großbanken haben Milliarden in Spanien offen

Die Risiken wurden in den letzten Jahren deutlich zurückgefahren. Die Außenstände der KA Finanz liegen bei etwa 800 Millionen Euro.

 Auch die österreichischen Banken haben einige Milliarden in Spanien verborgt.
 Auch die österreichischen Banken haben einige Milliarden in Spanien verborgt.
(c) EPA (Alberto Estevez)

Der spanische Staat, die Großbanken und Unternehmen des Landes stehen bei den Banken in anderen Teilen Europas tief in der Kreide. Im heurigen ersten Quartal hat die Kreditvergabe nach Spanien drastisch abgenommen, die meisten Großbanken haben Spanien-Forderungen abgebaut.

Auch die Österreicher haben einige Milliarden in Spanien verborgt. Nach Daten der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) hatten die heimischen Kreditinstitute Ende des Vorjahres zusammen 3,5 Milliarden Euro in Spanien an Forderungen offen. Vor zwei Jahren war das noch mehr als doppelt so viel. Die Summe ist seit dem Ultimo 2011 erneut um einige hundert Millionen kleiner geworden.

Zum Vergleich: Bei deutschen Geldhäusern steht Spanien mit rund 113 Milliarden Euro in der Kreide.

KA Finanz mit höchstem Obligo

In Österreich hat weiterhin die staatliche Kommunalkredit-Bad-Bank KA Finanz das größte Spanien-Risiko. Am Ende des ersten Quartals 2012 lag ihr Spanien-Obligo bei 831,7 Millionen Euro. Der größte Teil ihres Exposures in Spanien sind Kreditausfallsversicherungen (Credit Default Swaps). In den ersten drei Monaten hat diese Bank allerdings ein größeres Paket von Spanien-Papieren über 400 Millionen Euro abgebaut.

Bei den anderen Banken in Österreich sind es meist Kredite an Unternehmen oder Finanzinstitutionen in Spanien, auch sie haben ihre Forderungen in diesem iberischen Land zum Teil deutlich reduziert.

Erste mit spanischem Aktionär

Bei der börsenotierten Erste Group lag zum ersten Quartal das Spanien-Obligo mit 735 Millionen Euro an zweiter Stelle aller Ausleihungen in den Euro-Krisenländern (PIIGS). Der größte Teil im Spanien-Obligo sind Ausleihungen an spanische Kreditinstitute bzw. Firmen. Nur noch sechs Millionen Euro des Spanien-Exposures der Ersten waren bei der ersten Ende März Staatsanleihen.

Bei der Ersten ist übrigens eine spanische Großsparkasse zweitgrößte Aktionärin: Mit 9,7 Prozent ist die Caixa Bank an der börsenotierten österreichischen Großbank beteiligt. Die Caixa Bank gilt in der gebeutelten spanischen Bankenbranche als solide.

Bei der Raiffeisen Bank International (RBI) belief sich heuer im März der Ausleihungsstand in Spanien auf 639 Millionen Euro, das waren rund 150 Millionen weniger als Ende 2011. Das Staatsobligo war null, eine gute halbe Milliarde Euro entfiel auf Zwischenbankkredite.

Die BAWAG hatte zum Stand Ende Dezember 2011 an spanische Banken 209 Mil. Euro verliehen und spanische Staatsanleihen für 12 Millionen Euro in den Büchern.

Mit 150 Millionen Euro bezifferte die seit April teilstaatliche ÖVAG heute gegenüber der APA ihre Ausleihungen gegenüber den spanischen Kreditinstitutionen, während sich der Bestand an spanischen Staatsanleihen auf rund 30 Mio. Euro belief.

Die UniCredit-Tochter Bank Austria nennt keine Zahlen, es handle sich beim Spanien-Exposure bloß um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, verlautete aus dem Institut.

(APA)

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