Elfte US-Bankenpleite: McCain-Sohn saß in Führungsposition

Im Zuge der Finanzkrise ist die Silver State Bank in die Pleite geschlittert. Pikant: Ein Sohn des republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten McCain saß bis vor kurzem im Verwaltungsrat der Bank.

(c) EPA (Andrew Gombert)

In den USA ist am Wochenende die elfte Bank in diesem Jahr im Zuge der Finanzkrise zusammengebrochen. Der staatliche Einlagensicherungsfonds FDIC schloss am Freitag (Ortszeit) die Silver State Bank in Henderson im Bundesstaat Nevada. Das Kreditinstitut hatte per Ende Juni Vermögenswerte von zwei Milliarden Dollar (1,40 Mrd. Euro) und Kundeneinlagen über 1,7 Milliarden Dollar in seinen Büchern.

Die Nevada State Bank aus Las Vegas werde die versicherten Kundeneinlagen des zusammengebrochenen Geldinstituts übernehmen, teilte FDIC weiter mit. Die Pleite werde den Einlagensicherungsfonds mit 450 bis 550 Millionen Dollar belasten. Derzeit sichert die Institution US-Konten über insgesamt rund 45 Milliarden Dollar ab.

Der Zusammenbruch des relativ kleinen Kreditinstituts aus Nevada könnte auch Wellen im amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf schlagen: Ein Sohn des republikanischen Kandidaten John McCain saß bis vor kurzem im Verwaltungsrat der Bank und war unter anderem mit für die Aufsicht über die Finanzen zuständig, wie das "Wall Street Journal" am Samstag berichtete.

Der 46-jährige Andrew McCain, ein Adoptivsohn aus John McCains erster Ehe, habe seinen Posten bei der Bank am 26. Juli aus "persönlichen Gründen" aufgegeben, schrieb die Zeitung. Es gebe keine Hinweise auf ein Fehlverhalten seinerseits. Ebenso wenig gebe es Anzeichen dafür, dass Präsidentschaftskandidat McCain von den Problemen der Bank Bescheid gewusst habe, hieß es.

Die Zahl insolvenzgefährdeter Banken war in den USA zuletzt auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Die Aufsichtsbehörden rechnen mit weiteren Pleiten in diesem und dem kommenden Jahr. Auf einer FDIC-Beobachtungsliste standen zum Ende des zweiten Quartals 117 Banken und damit 30 Prozent mehr als drei Monate zuvor.

Die bisher folgenschwerste Pleite in der US-Branche seit Jahresbeginn - und die drittgrößte einer US-Bank überhaupt - war die Insolvenz des größten unabhängigen börsennotierten Baufinanzierers IndyMac, der nach einem Kapitalengpass vom Staat übernommen wurde. Dieser Fall kostete die FDIC 8,9 Milliarden Dollar. Mit Pleiten von dieser Größenordnung rechnen die Bankenaufseher derzeit allerdings nicht mehr.

(Ag.)

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