UN-Chef-Ökononom: Politik hat nichts aus Krise gelernt

Die Politik ziehe zu wenig Konsequenzen aus der Finanzkrise, kritisiert der UN-Ökonom Flassbeck. Er fordert massive Eingriffe gegen Spekulationsgeschäfte und eine Börsenumsatzsteuer.

SWITZERLAND UNCTAD GLOBAL ECONOMIC CRISIS
SWITZERLAND UNCTAD GLOBAL ECONOMIC CRISIS
(c) EPA (Martial Trezzini)

Der Chef-Ökonom der UN-Welthandelsorganisation UNCTAD, Heiner Flassbeck, wirft der Politik vor, keine ernsthaften Konsequenzen aus der Finanzkrise zu ziehen. "Die ganzen Erklärungen des G-20-Gipfels scheinen verpufft zu sein. Auf nationaler Ebene, zum Beispiel in Deutschland, ist praktisch nichts passiert", sagte Flassbeck im Gespräch mit dem Bremer "Weser-Kurier" (Sonntag).

Er fordert massive Eingriffe der Politik gegen Spekulationsgeschäfte, vor allem im Bereich der Rohstoff- und Währungsspekulationen, unter anderem durch eine Börsenumsatzsteuer.

Als Lehre aus der Finanzkrise müsse die Politik eine strikte Trennung zwischen Bankgeschäft und spekulativen Investments durchsetzen, sagte Flassbeck.

Das Bonussystem für Banker hält Flassbeck dagegen für eine Randerscheinung. Durch Besteuerung und Begrenzung von Spekulationsgeschäften würde sich dieses Problem erübrigen.

 

(Ag.)

Kommentar zu Artikel:

UN-Chef-Ökononom: Politik hat nichts aus Krise gelernt

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen