Investoren wetten auf die Pleite Italiens

Investoren erwarten verstärkt, dass Industrieländer ihre Anleihenschulden nicht mehr voll zurückzahlen können. Sie sichern sich daher mit "Credit Default Swaps" ab. Vor allem Italien wird als sehr unsicher gesehen.

To match feature SANMARINO/
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(c) REUTERS (Stefano Rellandini)

Auch Staaten können in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Ein prominentes Beispiel ist Argentinien, dass noch immer rund 20 Milliarden Euro offene Schulden aus Zeiten des Staatsbankrotts hat. Doch während traditionell eher Entwicklungs- und Schwellenländer als potenziell unzuverlässige Zahler gelten, sichern sich derzeit Investoren gegen Ausfälle von Industrienationen ab.

Sie setzen verstärkt auf Kreditausfallderivate ("Credite Default Swaps, CDS"), eine Art Versicherung für Anleihen: Ein Marktteilnehmer wie etwa eine Bank garantiert gegen eine Gebühr für die Rückzahlung der offenen Anleihenschulden.

Italien besonders unsicher

Mit besonderem Argwohn wird Italien betrachtet: Das CDS-Volumen wuchs im vergangenen Jahr von 151 auf 216 Milliarden Dollar, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Auch die Absicherungen für Großbritannien, die USA und Japan haben sich fast verdoppelt. Grund sind die hohen Konjunkturpakete dieser Länder, die die jeweiligen Staatshaushalte drastisch belasten.

Dagegen ging das CDS-Volumen für Schwellenländer wie Russland oder Brasilien zurück.

(ebl)

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