Schweizer Maus-Gruppe übernimmt Lacoste

Die Unternehmensgruppe besitzt nun 93,3 Prozent der Lacoste-Anteile. Das Modehaus machte zuletzt wegen eines Familienstreits Schlagzeilen.

PHILIPPE LACOSTE
PHILIPPE LACOSTE
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Das französische Modehaus Lacoste, das zuletzt Schlagzeilen wegen eines Familienstreits machte, wird endgültig von der Schweizer Unternehmensgruppe Maus übernommen: Die Enkelin des Lacoste-Gründers, Sophie Lacoste Dournel, kündigte am Mittwoch in einer Erklärung an, dass sie zusammen mit weiteren Aktionären 28 Prozent der Anteile an dem Familienunternehmen an Maus abgeben werde. Zuvor hatte sich bereits ihr Vater, der frühere Firmenchef Michel Lacoste, bereiterklärt, weitere 30,3 Prozent an die Schweizer abzugeben, die bereits 35 Prozent der Anteile halten.

Michel Lacoste liegt im Streit mit seiner Tochter Sophie, die gegen seinen Willen zur neuen Verwaltungsratschefin des Mode- und Sportartikelherstellers gewählt worden war, der vor allem für seine Polohemden mit dem Krokodil-Logo bekannt ist. Michel Lacoste soll sich seine Nichte Beryl Lacoste-Hamilton als Nachfolgerin gewünscht haben. Der Vater ging sogar vor Gericht, um die Ernennung seiner Tochter rückgängig zu machen.

Sophie Lacoste Dournel hatte sich ursprünglich dafür ausgesprochen, dass Lacoste im Familienbesitz bleiben solle. Ihr Vater ist der Ansicht, dass die Schweizer Maus-Gruppe den Familienkonflikt schürte, um sich Lacoste einzuverleiben. Laut einem Aktionärspakt müssen die Lacoste-Erben ihre Anteile zunächst anderen Familienmitgliedern zum Verkauf anbieten.

"Äußerst schmerzlich"

Sophie Lacoste Dournel erklärte nun, die Entscheidung zur Abgabe der Anteile an Maus sei "äußerst schmerzlich". Sie und andere Familienmitglieder seien aber zu dem Schluss gekommen, dass "die Interessen des Unternehmens und seiner Angestellten Schaden nehmen" würden, wenn dauerhaft zwei Aktionärsgruppen gegeneinander arbeiten würden.

Maus ist über sein Tochterunternehmen Devanlay bereits an Lacoste beteiligt und wird nun künftig 93,3 Prozent an dem französischen Traditionsunternehmen halten. Der Preis für die Übernahme der Familienanteile wird auf insgesamt rund ein Milliarde bis 1,25 Mrd. Euro geschätzt.

Das französische Modehaus war 1933 von dem Tennischampion René Lacoste gegründet worden, dem Vater Michel Lacostes. Im vergangenen Jahr machte Lacoste einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro. Die Maus-Unternehmensgruppe wiederum besteht seit 1902 und ist vor allem im Einzelhandel aktiv. In der Schweiz zählen große Handelsketten wie Manor, Jumbo und Athleticum dazu. Der Umsatz der Maus Frères lag 2011 bei 4,4 Mrd. Euro.

(APA/AFP)

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