USA: Werbespot von VW löst Rassismusdebatte aus

Der deutsche Autobauer zeigt in den USA in einem umstrittenen Werbespot einen hellhäutigen VW-Käfer-Fahrer mit einem starken jamaikanischen Akzent. Kritiker halten den 60-Sekunden-Spot für rassistisch.

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Symbolbild – (c) AP (Jens Meyer)

Washington/APA/Red. Der deutsche Volkswagen-Konzern will am Sonntag beim „Super Bowl“, dem Football-Finale in den USA, einen umstrittenen Werbespot ausstrahlen lassen. Kritiker halten den 60-Sekunden-Spot für rassistisch. Der Film steht unter dem Motto „Get In, Get Happy“. Er handelt vom hellhäutigen VW-Käfer-Fahrer Dave, der einen starken jamaikanischen Akzent hat. Dave arbeitet in einem Bürogebäude. Während seine Kollegen jammern, ist Dave immer gut gelaunt. Mit einer Fahrt in einem roten VW-Käfer gelingt es ihm, die Stimmung der anderen Mitarbeiter zu heben. Sie lachen plötzlich und sind ebenfalls fröhlich. Die Botschaft des Autokonzerns lautet: Wer einen VW fährt, ist glücklich. Das ist harmlos. Der Spot ist umstritten, weil Dave mit einem starken jamaikanischen Akzent spricht.

„Ich war schockiert – das ist rassistisch“, sagte Barbara Lippert von Mediapost.com dem US-Sender NBC. Der schwarze „New York Times“-Kolumnist Charles Blow ging ebenfalls auf Distanz dazu, dass einem hellhäutigen Mann die Stimme eines Schwarzen unterlegt wurde.

VW-Manager Mark Gilles zeigt sich über die Kritik erstaunt. Die Botschaft der Werbung, „die einige vergessen zu haben scheinen“, bestehe darin, dass das Fahren eines VW-Käfers „den Tag erfreulicher gestaltet“. Auf dem Internetportal YouTube setzten sich die Kritiker nicht durch. Zunächst gab es 3000 positive Bewertungen des Spots – und nur rund 200 negative. Angeklickt wurde der Werbespot in kurzer Zeit von mehr als 600.000 Internet-Nutzern. Die Werbezeiten beim Super Bowl ziehen stets große Aufmerksamkeit auf sich, weil das Ereignis in den USA mit Rekordeinschaltquoten einhergeht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2013)

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