Bitcoin: Onlinegeld mit neuem Rekord

Die Onlinewährung Bitcoin explodiert weiter im Wert: Am Montag stieg der Kurs auf fast 150 Euro - ein Anstieg von 1400 Prozent seit Jahresbeginn. In einem sehr, sehr dünnen Markt allerdings.

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Bitcoin: Onlinegeld mit neuem Rekord. – (c) www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Wien/Jil. Die neuartige Onlinewährung Bitcoin ist am Wochenende und Anfang der Woche weiter im Kurs gestiegen. Der Wert einer Bitcoin erreichte am Montag einen neuen Höchststand von knapp 150 Euro (188 Dollar). Damit ist Bitcoin seit Jahresbeginn um sagenhafte 1400 Prozent im Wert gestiegen. In einem sehr, sehr dünnen Markt allerdings. Die Marktkapitalisierung ist weiterhin sehr gering, wächst aber stetig und steht derzeit bei rund 1,9 Mrd. Dollar.

Vertrauensverlust in Währungen

Was ist Bitcoin? Die stark verschlüsselte „Crypto-Währung“ nutzt das Internet als dezentrales Währungsmanagement-System. Für Bitcoin gibt es keine Zentralbank oder sonstige verantwortliche Stelle. Die Geldmengenausweitung ist per Algorithmus geregelt. Wer seine Rechenkraft für die Ver- und Entschlüsselung von Bitcoin zur Verfügung stellt, wird mit frisch „geschürften“ Bit-Münzen belohnt. Kurz: Bitcoin ist die Spielerei einiger Internet-Nerds. Bis jetzt.

Inzwischen berichten auch große internationale Zeitungen wie die „New York Times“ über die Onlinewährung, deren Popularität derzeit exponentiell wächst. Bitcoin ist anonym und in der Verwendung – anders als Kreditkarten – kostenlos. Die Zahl der Onlineshops, die Bitcoin akzeptieren, wächst stetig. Woher die Begeisterung für Bitcoin kommt, ist offensichtlich: Die staatlichen Währungen leiden unter rapidem Vertrauensverlust. Gold, die „natürliche“ Alternative, ist seit 2001 schon stark im Preis gestiegen. Bitcoin ist vergleichsweise günstig – und die Internetcommunity ist immer rasch dabei, neue Technologien zu adaptieren.

Zumindest in der Theorie besitzt Bitcoin Eigenschaften, die die Onlinewährung zu einem ernsten Teil des Geldsystems machen könnten – in der Zukunft. So ist das System zwar anfällig für Hackerattacken – aber unanfällig für „menschliche Fehler“ in der Geldpolitik (sprich „Geldentwertung durch Inflation“). Die Menge an Bitcoin ist (angeblich) auf insgesamt 21 Mio. Stück begrenzt. Diese Grenze wird aber erst im Jahr 2140 erreicht sein.

Freilich: Bitcoin ist so jung und der Preisanstieg so schwindelerregend, dass vor einem „Platzen der Blase“ gewarnt werden muss. Es kann aber auch sein, dass der Markt gerade dabei ist, den „fairen“ Wert von Bitcoin zu ermitteln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2013)

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