Im Schatten des Goldes

Der Silberpreis ist in den vergangenen Wochen ordentlich durchgestartet. Eine so lange Gewinnserie hatte das Metall seit 40 Jahren nicht mehr erlebt.

Silber
Silber
Silber – APA/ROBERT JAEGER

Silber steht immer ein wenig im Schatten des Goldes, obwohl der Preis normalerweise stärker ausschlägt als der des gelben Edelmetalls. Das ist wohl einer der Gründe, wieso die Erholung des Silberpreises von den Anlegern noch relativ wenig registriert wird. Dabei hat das Edelmetall einen zweiwöchigen „Lauf“ mit permanenten Kursanstiegen bis Anfang voriger Woche hinter sich. Erst in den vergangenen Tagen gab es wieder eine kurze Verschnaufpause. Eine so lange Gewinnserie hatte das Metall seit 40 Jahren nicht mehr erlebt.

Heuer ist der Preis auf Dollarbasis jedenfalls schon um 10,5 Prozent gestiegen. Im Gesamtumfeld also kein schlechtes Investment, besonders im Vergleich mit dem Vorjahr, in dem es einen 36-prozentigen Kursverfall gab. Vor allem aber: Das Tal der Tränen, in dem sich Silberanleger seit mehr als zwei Jahren (seit dem Absturz von 48,5 auf unter 20 Dollar je Feinunze) befunden haben, wird jetzt langsam verlassen.

Das bringt einige Analysten zu wildem Optimismus: Von Kurszielen bis zu 40 Dollar je Feinunze ist schon die Rede. Das dürfte wohl stark übertrieben sein, denn Silber orientiert sich immer auch noch ein wenig am Gold, dem ja zumindest mittelfristig nicht so tolle Steigerungsraten vorausgesagt werden. Aber bis 26, 27 Dollar könnte die Rallye schon noch weitergehen. Auch das wären vom derzeitigen Niveau aus gut 20 Prozent.

Das gilt freilich nur für „Papiersilber“. Die Anlage in physischem Silber ist wegen der Mehrwertsteuerpflicht unlukrativ: Bis zum Kursziel würde man gerade einmal die Mehrwertsteuer verdienen.

Die Presse

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2014)

Kommentar zu Artikel:

Im Schatten des Goldes

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen