Russland stellt ukrainische Bank unter Zwangsverwaltung

Die Institut, an dem der ukrainische Milliardär Kolomoiski zu einem Drittel beteiligt ist, darf die aber Banklizenz behalten.

(c) Picasa 3.0

Die russische Zentralbank hat die Moskauer Niederlassung der größten ukrainischen Bank mit sofortiger Wirkung unter Zwangsverwaltung gestellt. Die Banklizenz werde der Moskomprivatbank - die zu einem Drittel dem ukrainischen Milliardär Igor Kolomoiski gehört - jedoch nicht entzogen, erklärte die Notenbank am Donnerstag.

Kolomoiski ist laut Forbes der drittreichste Mann der Ukraine und wurde erst vor wenigen Tagen von der neuen Regierung zum Gouverneur seiner Heimatregion Dnipropetrowsk ernannt. Russlands Präsident Wladimir Putin, der die Regierung in Kiew nicht anerkennt, hatte Kolomoiski daraufhin als "Betrüger" und "Schurken" bezeichnet und warf ihm vor, einen Vertrag mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch gebrochen zu haben - ohne jedoch weitere Details zu nennen.

Keine wirtschaftlichen Gründe

Die Moskomprivatbank verfügt über Vermögenswerte von umgerechnet rund einer Milliarde Euro. Daten der Notenbank zufolge verletzte das Institut zuletzt keine Kapitalanforderungen. Moskomprivatbank selbst erklärte, dass die Zwangsverwaltung zehn Tage anhalten werde und keine wirtschaftlichen Gründe habe. "Wir sind uns sicher, dass die Notenbank der Moskomprivatbank den Rücken stärken wird und nicht zulassen wird, dass Politiker den normalen Kundendienst unterbrechen."

Heimische Banken: ""Normale Geschäfte"

Die beiden auf der Halbinsel vertretenen österreichischen Banken - UniCredit Bank Austria und Raiffeisenbank International (RBI) - laut Angaben ihrer Sprecher vom Donnerstag "normal". Geschäftspolitische Aussagen zum mittelfristigen Vorgehen dort werden aber tunlichst vermieden.

"Unsere Filialen in der Ukraine und auf der Krim hatten heute normal offen", sagte eine RBI-Sprecherin am Donnerstagabend auf APA-Anfrage. Auch bei der Bank Austria hatten alle Filialen normal offen, so ein Sprecher. Auch das vorübergehende Behebungslimit für eigene Kunden - bzw. eigene Bankomatkarten - über 1.500 Hrywnja (116,97 Euro) ist inzwischen Geschichte. Aber das Limit von 500 Hrywnja (38,99 Euro) pro Karte anderer Banken und Tag ist weiter aufrecht - "bis auf Widerruf", wie es zur APA hieß.

Der Sprecher der UniCredit Bank Austria betonte, man befinde sich vor der Bilanz-Präsentation kommende Woche in der "quiet phase" (stillhalte Phase), in der man keine geschäftspolitischen Aussagen tätigen könne.

(APA/Reuters)

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