Festnahmen nach Flugzeugunglück von Total-Chef de Margerie

Der Privatjet von Christophe de Margerie war auf dem Flughafen Wnukowo mit einem Schneepflug kollidiert. Alle Insassen kamen dabei ums Leben. Der Fahrer des Schneepflugs und weitere Mitarbeiter des Flughafens wurden festgenommen.

Christophe de Margerie
Christophe de Margerie
Christophe de Margerie – (c) Bloomberg (Antoine Antoniol)

Nach dem Tod von Total-Chef Christophe de Margerie bei einem Flugzeugunglück in Russland sind vier Mitarbeiter des Flughafens Moskau-Wnukowo festgenommen worden. Der Privatjet von Christophe de Margerie war auf dem Flughafen Wnukowo mit einem Schneepflug kollidiert.

Wie das mit den Untersuchungen befasste Ermittlungskomitee am Donnerstag mitteilte, handelt es sich bei ihnen um den Chef des Räumdienstes für die Start- und Landebahnen, den Verantwortlichen der Flugaufsicht sowie eine Fluglotsin und ihren Vorgesetzten. Sie alle hätten nicht die Vorschriften für die Flugsicherheit sowie für die Arbeiten am Boden eingehalten, hieß es.

Indes sind in Moskau der Flughafenchef Andrej Djakow und sein Stellvertreter Sergej Solnzew zurückgetreten. Ihr Rücktrittsgesuch sei angenommen worden, teilte der Airport Wnukowo am Donnerstag mit. Zudem seien zwei Schichtleiter und der Chef der Rollfeldarbeiten suspendiert worden.

Fahrer 48 Stunden zuvor festgenommen

Der Fahrer eines Schneepflugs, mit dem der Privatjet de Margeries beim Start kollidierte, war zuvor für 48 Stunden in Gewahrsam genommen worden. Bisher wurde er jedoch keinem Richter vorgeführt. Neben dem Chef des französischen Mineralölkonzerns kamen bei dem Unglück auch die drei Crewmitglieder ums Leben.

Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Video seines Verhörs gab der 60-jährige Schneepflugfahrer an, kurz vor dem Unfall in der Nacht zum Dienstag bei schlechter Sicht "die Orientierung verloren zu haben". Er habe nicht gemerkt, dass er auf die Startbahn gekommen sei, die Privatmaschine habe er nicht kommen hören. Nachdem sein Anwalt zunächst Ermittlerangaben zurückgewiesen hatte, wonach sein Mandant betrunken gewesen sei, sagte er später, dieser habe womöglich "ein paar Tropfen Alkohol" getrunken.

 

(APA/AFP)

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