IEA: Das Ende des Öls könnte viel früher kommen

Die Internationale Energieagentur schlägt Alarm: Das Öl wird viel schneller verbraucht als angenommen. Als Lösung schlägt die IEA eine Doppelstrategie vor: Mehr in die Förderung und zugleich in die CO2-freien Energieträger zu investieren.

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(c) EPA (Ap Moller-Maersk/Ho)

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt in ihrem am Mittwoch erschienenen "World Energy Outlook 2008" davor, dass die Schnelligkeit, mit der sich die Ölproduktion in den bestehenden Feldern erschöpft, deutlich höher ist als bisher angenommen. Die Agentur hat daher dazu aufgerufen, Hunderte Milliarden in den Abbau der fossilen Energieträger zu investieren, aber gleichzeitig die Umstellung auf kohlendioxidfreie Brennstoffe voranzutreiben.

 

"Aktuelle Trends nicht nachhaltig"

"Die aktuellen Trends in Versorgung und Konsum von Energie sind aus Gründen der Umwelt, der Wirtschaft und der Gesellschaft nicht nachhaltig und können und müssen verändert werden", erklärte IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka bei der Vorstellung der Analyse in London. Nach Meinung der Organisation sind die Bereitstellung neuer Ressourcen sowie die Klimaerwärmung die beiden größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

Das Dokument wird jedes Jahr im November veröffentlicht. In der am Mittwoch vorgestellten aktuellen Ausgabe werden erstmals 800 bestehende Erdölfelder durchleuchtet. Im Zentrum der Analyse steht dabei die Frage, wie hoch die natürliche Erschöpfung in der bestehenden Produktion ist. Hauptergebnis: Die untersuchten Lagerstätten erschöpfen sich aktuell mit einer Rate von 6,7 Prozent jährlich - ein Wert, der bis 2030 auf 8,6 Prozent steigen dürfte.

 

Ein neues Saudi-Arabien muss her

"Selbst wenn die Ölnachfrage bis 2030 flach bleiben sollte, müssen 45 Millionen Barrel pro Tag - etwa viermal die saudi-arabische Kapazität - dazukommen, um die Effekte der natürlichen Erschöpfung zu kompensieren", so Tanaka.

Dennoch glaubt die IEA, dass genug Öl im Boden ist, um die Nachfrage zu befriedigen - vorausgesetzt, die Investitionen fallen nur hoch genug aus. Im Referenzszenario, also im angenommenen Normalfall, würde die tägliche Produktion von derzeit 85 Millionen Barrel pro Tag auf 106 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2030 gesteigert werden. Im Vorjahr war als Zielwert 2030 hoch eine um 10 Millionen Barrel höhere Tagesproduktion angenommen worden.

 

(Ag./Red.)

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