Klick, Klick, Klick: Chinesen im Online-Kaufrausch

2020 wird in China mehr Geld ausgegeben als in den USA, Japan, Großbritannien, Deutschland und Frankreich zusammen.

REUTERS

Hierzulande fühlen sich manche stationären Einzelhändler durch den Online-Boom in ihrer Existenz bedroht. Gut, die  Geschäfte in Österreich zu haben, mag sich manch einer denken, wenn er die Zahlen aus China liest: denn Chinesen lieben Online-Shopping. Davon gibt vor allem der 11. November ein deutliches Zeichen. Der Branchenriese Alibaba, der erst kürzlich einen Rekordbörsegang hinlegte, hat einen Marktanteil von 80 Prozent und setzte alleine am 11. November 2013 Waren im Wert von 4,7 Milliarden Euro um, berichtet "Spiegel-Online". Der gesamte österreichische Einzelhandelsumsatz eines ganzen Jahres beträgt etwa 60 Milliarden Euro.

An diesem Tag, an dem in unseren Breitengraden der Beginn der Faschingszeit ausgerufen wird, verfallen sehr viele Chinesen in ihrer Jagd nach Supersonderangeboten in einen wahren Shoppingrausch. Es ist der Tag der Singles, an dem zur großen Rabattjagd gerufen wird. Auf den Plattformen von Alibaba ist von Eiern über Schuluniformen bis zu mutmaßlich gefälschten Gucci-Brillen so ziemlich alles bis zu 80 Prozent günstiger und bequem zu erwerben.

Trend nicht aufzuhalten

In diesem Jahr meldet Alibaba, man habe allein in den ersten 40 Minuten nach Mitternacht, als die Angebote gerade freigeschaltet wurden, 1,3 Milliarden Euro umgesetzt. Der Smartphonehersteller Xiaomi hat nach eigenen Angaben bis zum Mittag 720.000 Geräte verkauft. Klick, Klick, Klick.

Um die in China im Onlinehandel umgesetzten Zahlen in die richtige Relation zu bringen: 2020, schätzt man, werde dort mehr Geld ausgegeben werden als in den USA, Japan, Großbritannien, Deutschland und Frankreich zusammen. Dafür sorgen immer günstigere Smartphones und ein flächendeckendes 4G-Netz. Damit ist fast jeder Chinese, egal ob er in der Großstadt, in einer Wüstensiedlung oder in einem Bergdorf zu Hause ist, nur ein paar Klicks von einem Online-Kauf entfernt.

Die Zustellung in Peking erfolgt durch Lieferpritschen auf drei Rädern. Jeden Tag ruckeln abertausende dieser Gefährte durch die Hauptstadt und sammeln an den Straßenrändern auf, was große Lieferwagen abladen. Sie machen die Hauszustellung, obwohl die meisten Onlineshopper sich die Pakete ins Büro liefern lassen.

>> Artikel in "Spiegel-Online"

(red.)

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