General Motors: Vorbereitung auf den "chirurgischen Bankrott"

Der angeschlagene US-Autoriese könnte per 1. Juni zahlungsunfähig sein. Die US-Regierung weist General Motors daher an, sich auf eine Insolvenz vorzubereiten.

Chevrolet Camaro
Chevrolet Camaro
(c) Reuters (Fred Thornhill)

Die US-Regierung hat den vor der Pleite stehenden Autokonzern General Motors (GM) einem Medienbericht zufolge angewiesen, sich auf eine mögliche Insolvenz vorzubereiten. Die Anweisung sei dem Unternehmen von Mitgliedern der für die Autokrise zuständigen Expertengruppe übermittelt worden, berichtete die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Zeitpunkt für einen möglichen Insolvenzantrag ist demnach der 1. Juni.

Dem Bericht zufolge sollen in dieser Woche die Beratungen zwischen der mit der Autokrise beauftragten "Task Force" der Regierung und GM aber fortgesetzt werden. Die Regierung hatte bereits einen Sanierungsplan des Autokonzerns als "nicht realisierbar" zurückgewiesen.

GM muss sich mit seinen Anleihenbesitzern über den Tausch von Schulden in Firmenanteilen einigen und eine Lösung mit den Gewerkschaften finden. Gelingt das nicht, soll durch die Vorbereitungen auf einen Bankrott sichergestellt werden, dass der Insolvenzantrag unmittelbar gestellt werden könne.

Ein "chirurgischer Bankrott" sieht laut "New York Times" eine Aufspaltung von GM in einen "guten" und einen "schlechten" vor. Letzterer würde unverkäufliche Marken und Fabriken enthalten. Die Abwicklung dieses Teils könne sich über Jahre ziehen.

GM erhielt bisher Staatshilfen in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar (10,1 Mrd. Euro). Zuletzt hatte die Regierung auch die Möglichkeit einer Sanierung außerhalb der Gerichte immer noch offengelassen. Von der Zukunft des angeschlagenen Unternehmens hängt auch das weitere Schicksal der deutschen GM-Tochter Opel ab.

(Ag./Red.)

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