Deutsche Bank schließt 200 Filialen

Die Deutsche Bank plant weitere 3,5 Milliarden Euro einzusparen. Auch eine stärkere Digitalisierung der Geschäfte soll dazu beitragen.

Deutsche Bank erwaegt Rueckzug aus Privatkundengeschaeft
Deutsche Bank erwaegt Rueckzug aus Privatkundengeschaeft
Deutsche Bank will 200 Filialen schließen – APA/dpa/Frank Rumpenhorst

Im Zuge ihres harten Kurswechsels will die Deutsche Bank weitere Milliarden einsparen. Die operativen Kosten sollen bis 2020 um zusätzlich 3,5 Mrd. Euro sinken, wie das Institut am Montag in Frankfurt mitteilte. Davon sollen 60 Prozent durch Effizienzsteigerungen etwa über eine stärkere Digitalisierung der Geschäfte gelingen. Weitere 40 Prozent will die Bank durch die Schließung von 200 der rund 700 Filialen und den Rückzug aus unprofitablen Bereichen erzielen. Um die Einsparungen zu erreichen, rechnet das Institut mit einmaligen Kosten von 3,7 Mrd. Euro.

Die Investmentbank soll sich nach Konzernangaben noch stärker aus margenarmen Geschäftsfeldern zurückziehen, die Bilanz der Sparte soll um etwa 200 Mrd. Euro reduziert werden. Die Postbank mit ihren Filialen wird ohnehin verkauft, wie seit dem Wochenende klar ist. 

Die Umbaupläne haben die Anleger am Montag nicht überzeugen können. Die Aktien verloren in der Spitze 5,8 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 29,75 Euro. Sie waren der mit Abstand schwächste Wert im Dax. "So grandios ist das nicht, was die Deutsche Bank da angekündigt hat. Einige hatten sich noch drastischere Einschnitte erhofft, wie die Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts", sagte ein Händler.

Zwangsabfindung für Postbankaktionäre

Den möglichen Börsengang der Postbank will die Deutsche Bank ohne deren verbliebene Kleinaktionäre über die Bühne bringen. Die Kleinaktionäre sollen bis Jahresende über eine Zwangsabfindung aus der Postbank-Aktie gedrängt werden, wie die Bank am Montag mitteilte. Die Deutsche Bank hat das Recht dazu, nachdem sie ihre Beteiligung an der Postbank auf 96,8 von 94,1 Prozent aufgestockt hat. Formal muss eine für August geplante Hauptversammlung über den "Squeeze-Out" beschließen. Die Rückkehr der Postbank an die Börse ist bis Ende 2016 geplant. 

Seit dem Amtsantritt von Anshu Jain und Jürgen Fitschen als Doppelspitze der Deutschen Bank 2012 hat das Institut bereits die jährlichen Kosten um 3,3 Mrd. Euro gesenkt, in diesem Jahr sollen weitere 1,2 Mrd. Euro dazukommen. Im gesamten vergangenen Jahr lagen die operativen Kosten der Bank bei 27,7 Mrd. Euro. Wie viele Stellen von den Einsparungen betroffen sind, ließ die Bank zunächst offen.

Das Renditeziel für den Konzern senkten die beiden Vorstandschefs auf mehr als zehn Prozent nach Steuern, bisher wurden zwölf Prozent angepeilt - aber nie erreicht.

(APA/dpa/Reuters)

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