Infineon profitiert von Absatzboom

Der Kauf des US-Rivalen International Rectifier bringt dem Chipkonzern Infineon ein Umsatz- und Ertragsplus.

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München/Villach. Der Chipkonzern Infineon, der hierzulande 3300 der 29.800 Mitarbeiter beschäftigt, hat durch die Übernahme des US-Rivalen International Rectifier einen Umsatz- und Ertragsschub geschafft. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 stieg der Umsatz um ein Drittel auf 1,48 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 198 Mio. Euro zu. Der Nettogewinn halbierte sich wegen der Aufwendungen für den Kauf auf 69 Mio. Euro.

Vorstandschef Reinhard Ploss versicherte den Anlegern, dass die Integration von Rectifier gut vorankomme und die operative Rendite dank brummender Geschäfte und wegen des starken Dollar auf dem langfristigen Zielniveau von 15 Prozent landen werde.

Ploss plant allerdings auch Einschnitte bei Rectifier. Von den sieben Werken der Amerikaner weltweit werde der Standort in Singapur geschlossen, das Werk in Wales soll verkauft werden. Wie viele der 4000 Stellen der Amerikaner betroffen sind, wollte die Konzern-Spitze nicht sagen. Ein Teil der Mitarbeiter werde bei offenen Infineon-Stellen eingesetzt.

„Unsere Strategie bewährt sich, und Infineon bleibt auf Wachstumskurs“, lautete die Botschaft von Ploss. Die Anleger glaubten ihm: Im Dax stiegen die Infineon-Titel um rund drei Prozent.

Vor allem die Geschäfte mit Chips für Netzteile und Stromsteuerungen und mit Sicherheits-chips für Bezahlkarten legten zuletzt deutlich zu. Infineon wachse auch dank der Umstellung der amerikanischen Kreditkarten von Magnetstreifen- auf Chiptechnik. Die Technologien aus Oberbayern kämen weltweit gut an, das gute Quartal sei kein einmaliger Ausreißer, betonte Vorstand Arunjai Mittal.

Durch den Kauf des US-Unternehmens sackte allerdings die operative Rendite von 15 auf 13,4 Prozent ab. Spätestens im Geschäftsjahr 2017 will Ploss diesen Wert auch in den USA auf die eigene Zielmarke von 15 Prozent getrimmt haben. Für das laufende Geschäftsjahr, das wie bei den meisten ehemaligen Siemens-Töchtern auch bei Infineon am 30. September endet, stellte der Konzernchef ein Umsatzplus von gut einem Drittel in Aussicht. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.05.2015)

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