Goldman Sachs: Ölpreis könnte auf 20 Dollar fallen

Der Kampf um Marktanteile geht trotz fallendem Ölpreis weiter. Goldman-Analysten halten einen Preis von 20 Dollar je Barrel für möglich.

File photo of a worker walking down the stairs of an oil tank at Turkey's Mediterranean port of Ceyhan
File photo of a worker walking down the stairs of an oil tank at Turkey's Mediterranean port of Ceyhan
REUTERS

Der Kampf der Förderländer um Marktanteile treibt den Ölpreis von einem Tief zum nächsten. Daher erwarten die Experten von Goldman Sachs, dass sich der Preis für die US-Ölsorte WTI 2016 auf 20 Dollar je Barrel (159 Liter) nahezu halbiert. Aktuell kosten WTI und die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee rund 35 beziehungsweise 37 Dollar so wenig wie zuletzt vor sieben Jahren. Mitte 2014 kosteten sowohl WTI und die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent noch mehr als 100 Dollar.

"Bei einem milden Winter, einem langsameren Wachstum in den Schwellenländern und der potenziellen Aufhebung der Iran-Sanktionen könnten die Lagerbestände weiter steigen", warnen sie. Goldman-Analysten gelten als besonders kompetent, weil sie bei ihren Preisprognosen häufig richtig lagen und die US-Großbank ein großer Player im Handel mit dem "schwarzen Gold" ist. Mit ihrer Ölpreisprognose liegen die Goldman-Analysten aber weit weg von der Mehrheitsmeinung. Im Schnitt sehen die von Reuters befragte Analysten den Brent-Preis im kommenden Jahr bei 57,90 Dollar und WTI bei 52,80 Dollar.

Entspannung nicht in Sicht

Der Preiskampf dürfte jedenfalls weitergehen, hatten doch die Golfstaaten und Russland jüngst bekräftigt, auch bei einem Preis von 20 Dollar je Barrel ihre Produktion nicht zurückfahren zu wollen. Einer Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge wird die weltweite Rohöl-Förderung 2016 netto um eine Million auf 31,3 Millionen Barrel pro Tag zulegen. Hintergrund ist ein Kampf um Marktanteile, bei dem einige OPEC-Staaten Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Markt zu drängen versuchen.

Profiteure der aktuellen Entwicklung sind diejenigen Staaten, die stark auf Energie-Importe angewiesen sind. Für Länder wie Indien oder Japan funktioniert der Niedrige Ölpreis wie ein Konjunkturprogramm.Nutznießer sind auch die Fluggesellschaften, für die Treibstoff ein großer Kostenfaktor ist.

Konsumwerte im Aufwind

Aber auch die Konsumwerte sind im Aufwind, weil die Verbraucher immer weniger für Benzin und Heizöl ausgeben müssen. Die Ersparnis allein für die deutschen Verbraucher im laufenden Jahr beziffert Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, in der "Bild am Sonntag" auf 13,5 Milliarden Euro.

In Österreich ersparen sich die Autofahrer heuer rund eine Milliarde Euro an Spritkosten, wie der Fachverband der Mineralölindustrie auf APA-Anfrage errechnete.

(APA)

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