Ökonomen: "Permanente Unterentwicklung" Süditaliens droht

Das BIP pro Kopf hat in einigen süditalienischen Regionen Negativrekorde erreicht. Seit 2000 ist dort die Wirtschaft nur halb so viel wie in Griechenland gewachsen.

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Der Beschäftigungsstand mit 5,8 Millionen Personen ist in Süditalien auf den niedrigsten Stand seit 1977 eingebrochen. Die Wirtschaft in den sechs süditalienischen Regionen sei zwischen 2000 und 2014 nur um 13 Prozent gewachsen, das ist nur halb so viel wie in Griechenland, geht aus dem Bericht des italienischen Wirtschaftsinstitutes Svimez hervor. Darin wurde vor der Gefahr einer "permanenten Unterentwicklung" Süditaliens gewarnt. Jeder dritte Süditaliener sei von Armut gefährdet.

Zudem hat das  BIP pro Kopf laut Eurostat in einigen süditalienischen Regionen einen neuen Negativrekord erreicht. In der Region Kampanien mit der Hauptstadt Neapel sei das BIP knapp höher als in Rumänien und niedriger als in Polen.

In Kalabrien sinkt das BIP sogar auf 16.200 Euro. Anders sei die Lage in den EU-Regionen Trentino und Südtirol, sowie in den Regionen Lombardei und Emilia Romagna im Norden des Landes. Hier liege das Pro-Kopf-BIP bei über 30.000 Euro pro Jahr und sei mit Nordtirol und Finnland vergleichbar.

Mehr als der Rest Italiens zahlt der Süden einen hohen Preis für die Krise. Laut dem Wirtschaftsinstitut Svimez droht dem "Mezzogiorno" wegen der massiven Auswanderung, Rezession und der rückläufigen Geburtenzahl eine "industrielle und menschliche Einöde". Zwischen 2008 und 2014 ist die Beschäftigung in den süditalienischen Regionen um neun Prozent zurückgegangen, das ist sechs Mal so viel wie im Rest des Landes. Von den 811.000 Menschen, die wegen der Krise ihren Job verloren haben, leben 576.000 im Süden, wie aus dem Svimez-Bericht hervorgeht.

(APA/red.)

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