UNO: Rohstoffabbau seit 1970 mehr als verdreifacht

Der weltweite Abbau von Rohstoffen stieg von 1970 bis 2010 von 22 auf 70 Mrd. Tonnen.

(c) REUTERS (LUCY NICHOLSON)

New York. Der weltweite Abbau von Rohstoffen hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten laut einem Gremium der Vereinten Nationen mehr als verdreifacht. Von 1970 bis 2010 sei die Menge abgebauter Rohstoffe von 22 auf 70 Mrd. Tonnen gestiegen, so das International Resource Panel (IRP) des UN-Umweltprogramms Unep am Mittwoch.

Die reichsten Länder verbrauchten dabei im Schnitt etwa zehnmal so viel wie die ärmsten Länder und etwa doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt. „Wir müssen dieses Problem dringend angehen, bevor wir die Ressourcen, die unsere Wirtschaft antreiben und die Menschen aus der Armut heben, unwiderruflich aufgebraucht haben“, sagte die IRP-Kovorsitzende, Alicia Barcena Ibarra.

 

Beschleunigung seit 2000

Der Klimawandel werde sich verschlimmern, die Luftverschmutzung zunehmen, die Artenvielfalt sinken und all dies letztlich zu Konflikten führen. Werde der Trend nicht gestoppt, würden die neun Milliarden Erdbewohner ab 2050 jährlich etwa 180 Milliarden Tonnen an Rohstoffen benötigen, um ihren Bedarf an Lebensmitteln, Energie, Wasser, Wohnraum und Mobilität so zu decken wie bisher.

Besonders beschleunigt hat sich der weltweite Gebrauch von Rohstoffen dem IRP-Bericht zufolge seit 2000, seitdem aufstrebende Länder wie China ihre Städte und Industrien einem Wandel unterziehen. Dafür seien enorme Mengen an Eisen, Zement, Energie und Baumaterialien notwendig. Die Nutzung von Rohstoffen sei seit 1990 gleichzeitig aber kaum effizienter geworden – im Gegenteil. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2016)

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