Juncker: "Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller"

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker droht Währungs-Spekulanten: "Die Politik ist nur soweit erpressbar, wie sie sich erpressen lässt". Er warnt zudem vor einer Entschuldung der Staaten über mehr Inflation.

Juncker haben Folterwerkzeuge Keller
Juncker haben Folterwerkzeuge Keller
(c) EPA (Olivier Hoslet)

Der luxemburgische Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sagt den Spekulanten an den internationalen Finanzmärkten den Kampf an: "Sollten die Griechen sich an die sehr stringenten Vorgaben halten und die Märkte dennoch gegen Griechenland spekulieren, werden wir die Märkte da nicht einfach durchmarschieren lassen".

"Folterwerkzeuge im Keller"

"Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller, und wir zeigen sie, wenn es nötig ist", führt Juncker im "Handelsblatt" weiter aus. "Die Politik ist nur soweit erpressbar, wie sie sich erpressen lässt. Wir müssen das Primat der Politik wieder stärken. Sie muss die Finanzmärkte stoppen können", so Juncker.

Juncker spricht sich für eine Reform der europäischen Wirtschaftspolitik aus. "Wir brauchen eine europäische Wirtschaftsregierung im Sinne einer verstärkten Koordinierung der Wirtschaftspolitik vor allem in der Eurozone".

Juncker gegen Zulassen hoher Inflation

Dass die Staaten in Folge der Wirtschaftskrise durch Konjunkturprogramme hohe Defizite aufgebaut haben, hält Juncker für gerechtfertigt. Diese Eingriffe seien "ohne Alternative" gewesen. Ab 2011 müsse aber gespart werden.

Eine Entlastung über eine höhere Inflation hält er nicht für sinnvoll: "Wir haben in Europa mit viel Mühe eine Kultur aufgebaut, die Inflation in einem Korridor bis zwei Prozent zu halten. Ich bin strikt dagegen, das jetzt aufzuweichen. Wenn wir vier Prozent zulassen, sind wir schnell bei fünf oder sieben Prozent." Er halte jede Debatte über eine Entschuldung durch mehr Inflation für schädlich.

(Red.)

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