US-Notenbank: Leitzins weiter auf historischem Tiefstand

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert. Er liegt weiter zwischen null und 0,25 Prozent. Die Einschätzung der Konjunkturlage fiel positiver aus als im Jänner.

USNotenbank laesst Leitzins unveraendert
USNotenbank laesst Leitzins unveraendert
(c) AP (Manuel Balce Ceneta)

Die US-Notenbank sieht die amerikanische Wirtschaft weiter auf Erholungskurs, gibt aber weiter keine Hinweise auf eine nahende Zinserhöhung. Die Federal Reserve bestätigte am Dienstag das historische Zinstief in der Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Zugleich machte der Offenmarktausschuss deutlich, dass die Konjunkturlage voraussichtlich "für einen längeren Zeitraum" Anlass biete, den Zins auf "außergewöhnlich niedrigem Niveau" zu belassen.

Ökonomen deuten diese seit einiger Zeit verwendete Wortwahl so, dass der Leitzins mindestens die nächsten sechs Monate beibehalten wird. Experten rechnen damit, dass die Federal Reserve von Ben Bernanke erst gegen Ende des Jahres an der Zinsschraube dreht. Im Zuge der Finanzkrise hatte die Notenbank den Leitzins im Dezember 2008 auf diesen Korridor verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen.

Einschätzung positiver als im Jänner

Die Einschätzung der Konjunkturlage fiel in der Mitteilung der Fed positiver aus als bei der vorangegangen Sitzung des Offenmarktausschusses im Jänner. Demnach sieht die Notenbank eine Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt. Zuvor war lediglich von einer langsameren Verschlechterung die Rede. Die Konsumausgaben blieben durch die hohe Arbeitslosigkeit und das moderate Wachstum der Einkommen belastet. Die Investitionsausgaben seien jedoch merklich gestiegen. Auch wenn die Wirtschaftserholung moderat verlaufen werde, so dürfte die Kapazitätsauslastung zulegen.

Die Verbraucherausgaben - traditionell das Rückgrat der US-Wirtschaft - expandierten "in gemäßigtem Tempo", erklärte der Fed-Ausschuss. Ihr Zuwachs werde freilich eingeschränkt durch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, das Stagnieren der Löhne und die strikte Kreditvergabe durch die Banken. Dies alles geschähe in einem Umfeld von Preisstabilität. Mittel- und langfristig blieben die Inflationserwartungen stabil. Die Preisentwicklung dürfte durch die niedrige Kapazitätsauslastung und den geringen Kostendruck gedämpft bleiben.

Beschluss nicht einstimmig gefasst

Der Beschluss der amerikanischen Notenbank, die Zinsen weiter niedrig zu halten, wurde allerdings bei Beratungen der Fed in Washington nicht einstimmig gefasst. Der Präsident der Federal Reserve Bank von Kansas City, Thomas Hoenig, gab seine abweichende Haltung zu Protokoll. Hoenig erklärte, die Wirtschaft sei schon jetzt kräftig genug, um zur Abwehr von Inflationsgefahren die Zinsen wieder anzuheben.

 

(APA/dpa-AFX)

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