Rohstoffe so teuer wie Mitte 2008

Die Wirtschaftskrise geht zu Ende, die Rohstoffe werden wieder teurer: Der Hamburger Rohstoffpreis-Index lag im März um 52 Prozent über dem Wert vom März 2009. Langfristig werden die Preise weiter steigen.

Rohstoffe teuer Mitte 2008
Rohstoffe teuer Mitte 2008
(c) EPA (CHRISTIAN SPROGOE / RIO TINTO LT)

Rohstoffe sind mit dem Ausklingen der Wirtschaftskrise so teuer wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Der vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) berechnete Rohstoffpreisindex in Euro lag im März 52 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor, wie das HWWI am Dienstag mitteilte. Teurer wurden vor allem Energierohstoffe (plus 61 Prozent) und Industrierohstoffe (plus 46 Prozent). Lebensmittelrohstoffe waren hingegen nur fünf Prozent teurer.

Knapp unter Rekordwert von Juli 2008

Der HWWI-Rohstoffpreisindex lag damit im März den Angaben zufolge nur noch sieben Prozent unter dem Rekordwert, den der Index im Juli 2008 erreicht hatte. In Dollar berechnet betrage der Abstand allerdings noch 20 Prozent. Der Euro verlor zuletzt gegenüber dem Dollar deutlich an Wert; das macht das Einkaufen von Rohstoffen, die in Dollar gehandelt werden, für Unternehmen aus dem Euro-Raum teurer.

Rohstoffe bleiben teuer

Manfred Schraepler, Leiter db funds, rechnet auch in Zukunft mit steigenden Rohstoffpreisen: "Unser Research-Team erwartet, dass mittel- bis langfristig insbesondere bei den Agrarrohstoffen Wertsteigerungen möglich sind. Kurzfristig kann aufgrund der kürzlich veröffentlichten Lagerbestände bei Sojabohnen, Mais oder Weizen Preisdruck aufkommen. Dennoch: vor dem Hintergrund der starken Nachfrage aus den USA und China ist der mittelfristige Ausblick positiv. Energie sowie Edelmetalle sind nach Einschätzung unserer Analysten derzeit weitgehend fair bewertet. Rückschläge könnten kurzfristig bei den Industriemetallen drohen, insbesondere bei einem etwas niedrigeren Wachstumsszenario in China."

Zyklisch, aber losgelöst

Schraepler betont in einem Interview, dass der "DiePresse.com" vorliegt, dass Rohstoffpreise starken Zyklen unterliegen. Allerdings sind die von den Bewegungen des Aktienmarkts sehr losgelöst sind: "Ein Blick in die Historie zeigt jedoch, dass die Korrelation von Rohstoffen zu anderen Assetklassen recht gering ist. Zwischen den Jahren 1988 und 2008 wiesen Rohstoffe sowohl zum S&P 500 als auch zum Global Government Bond Index eine negative Korrelation auf. Das bedeutet, dass sich Rohstoffe bei bestimmten makroökonomischen Situationen losgelöst von Aktien oder Anleihen entwickeln."

(Red./Ag.)

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