Wer folgt Draghi als EZB-Chef nach?

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Im November kommt es zur Wachablöse an der EZB-Spitze. Der Italiener Mario Draghi hatte am 1.11.2011 sein Amt als EZB-Präsident angetreten. Immer wieder werden etliche aktuelle und ehemalige nationale Notenbankchefs als Nachfolger genannt. Außerdem sind auch EZB-Direktoren im Gespräch.

imago images / Xinhua
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Benoît Coeure

Benoit Coeure war früher Chefvolkswirt des Pariser Finanzministeriums ist seit Jänner 2012 Mitglied im EZB-Direktorium. Viele Volkswirte halten ihn für den idealen Draghi-Nachfolger, schließlich gilt der 50-jährige Coeure als einer der Architekten des ultralockeren geldpolitischen Kurses, den die EZB seit Jahren fährt. Doch ganz einfach wäre eine Beförderung des Franzosen nicht: Seine achtjährige Amtszeit im obersten Führungsgremium der EZB läuft Ende dieses Jahres aus, eine Verlängerung ist in den Statuten nicht vorgesehen. Zudem darf nach den geltenden Regeln ein amtierender EZB-Direktor nicht auf den Chefposten der Notenbank vorrücken.

 

REUTERS
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Erkki Liikanen

Der finnische Sozialdemokrat Erkki Likanen hatte schon mehrere Spitzenämter inne. 1995 wurde der frühere finnische Finanzminister zum ersten EU-Kommissar seines Heimatlandes ernannt. In Brüssel übernahm der 68-jährige Liikanen zunächst das Haushaltsressort, ab Mitte 1999 führte er den Bereich Industrie. Als er im April 2004 zum Präsidenten der finnischen Notenbank berufen wurde, gab er sein Amt als EU-Kommissar vorzeitig ab.

Verbunden ist sein Name mit einer Expertenkommission, die nach der Finanzkrise Vorschläge zur Stabilisierung des Bankensektors in Europa erarbeitete. Die "Liikanen-Kommission" empfahl im Oktober 2012 unter anderem die Trennung riskanter Geschäfte vom klassischen Bankgeschäft mit Spareinlagen. Einziges Manko aus Sicht von Beobachtern: Liikanen ist bereits relativ alt und wäre am Ende einer achtjährigen Amtszeit als EZB-Präsident 77 - und damit älter als jeder Vorgänger in dem Amt.

imago/Pixsell
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i Rehn

Der 57-jährige Oli Rehn gilt als überzeugter Europäer und blickt auf langjährige Erfahrungen in Brüssel zurück. In der Euro-Schuldenkrise kämpfte Rehn als EU-Wirtschafts- und Währungskommissar für den Erhalt der Gemeinschaftswährung und die Einheit der Eurostaaten. Bei der Sanierung der Schuldenstaaten verlangte er schmerzhafte Reformen etwa in Griechenland. Im Mai 2015 kehrte er als Wirtschaftsminister zurück nach Finnland. Seit Sommer 2018 steht Rehn an der Spitze der Notenbank seines Heimatlandes. In dieser Funktion sitzt er auch im EZB-Rat. Ökonomen gilt der Finne als Verfechter einer eher strafferen Geldpolitik. Rehn hat in den USA und in Helsinki Politik, Wirtschaft, Journalismus und internationale Beziehungen studiert.

 

REUTERS
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François Villeroy de Galhau

Der französische Geldpolitiker mit Verbindungen zur saarländischen Unternehmerfamilie Villeroy und Boch steht seit 2015 an der Spitze der französischen Notenbank. François Villeroy de Galhau gilt als Pragmatiker und hat die ultralockere Geldpolitik unter Draghi mitgetragen. Aus seiner Begeisterung für das Saarland macht der Absolvent der französischen Elitehochschule ENA keinen Hehl: "Hier fühle ich mich zu Hause", wird er zitiert. Aufgrund seiner persönlichen Nähe zu Deutschland scheine Villeroy de Galhau aber "einfacher nationalitätsübergreifend durchsetzbar" als beispielsweise Coeure, argumentieren Experten.

 

APA/AFP/POOL/KIYOSHI OTA
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Jens Weidmann

Nüchtern betrachtet spricht vieles für den ehemaligen Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der seit Mai 2011 die Deutsche Bundesbank führt. Der 51-Jährige hat als Ökonom einen hervorragenden Ruf. Zudem meinen nicht wenige, es sei an der Zeit, dass ein Vertreter von Europas größter Volkswirtschaft einen der wichtigsten Posten auf dem Kontinent übernimmt. Doch Jens Weidmann ging mehrfach auf Konfrontationskurs zu Draghi - und nährte so Vorbehalte gegen seine Person vor allem in Südeuropa. Im Sommer 2012 stimmte er als Einziger im EZB-Rat dagegen, dass die EZB notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten kauft. Zuletzt zeigte er sich beim Thema Anleihenkäufe kompromissbereiter.

 

imago images / photothek
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