Breite Front in den USA gegen Facebooks Libra

US-Präsident Donald Trump schaltet sich in die Krypto-Debatte ein und schießt scharf auf die geplant Digitalwährung von Facebook. Das Netzwerk müsse sich der Bankenregulierung unterwerfen, sagt er.

APA/AFP/AMY OSBORNE

US-Präsident Donald Trump hat für Kryptowährungen eine Bankenregulierung gefordert. Wenn Facebook und andere Unternehmen eine Bank werden wollten, bräuchten sie eine entsprechende Zulassung, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. "Dann müssen sie sich der Bankenregulierung unterwerfen, genau wie andere Banken auch, sowohl national als auch international."

"Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen", twitterte Trump. Sie seien nicht wertbeständig und basierten auf "dünner Luft". Es handele sich dabei nicht um Geld, und unregulierte Krypto-Anlagen könnten illegale Machenschaften wie Drogenhandel fördern. Die einzig wahre US-Währung, meinte Trump, sei der Dollar. "Er ist stärker denn je, zuverlässig und vertrauenswürdig zugleich. Er ist bei weitem die dominierendste Währung der Welt, und das wird auch so bleiben. Er wird als United States Dollar bezeichnet!"

Notenbank warnt vor Geldwäsche

Trumps Einstieg in die Diskussion könnte für Krypto-Fans bedeutsam sein. Bisher war das Weiße Haus eher zurückhaltend, wenn es um digitale Währungen ging und kommentierte die Warnungen der amerikanischen Regulatoren nicht. Bisher sind Kryptowährungen nicht reguliert. Mit seinen Plänen für eine eigene Cyberdevise mit dem Namen Libra rief Facebook die großen Notenbanken und Politiker auf den Plan. Fed-Chef Jerome Powell äußerte am Mittwoch Bedenken. Dabei ging es um Privatsphäre, Geldwäsche, den Verbraucherschutz und die Finanzstabilität.

Libra soll in der ersten Hälfte 2020 an den Start gehen. Damit steigt Facebook in den weltweiten Zahlungsverkehr ein. Facebook wird jeden Tag von etwa ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben. Branchenkenner halten es für nicht ausgeschlossen, dass Facebook damit das traditionelle Finanzsystem auf den Kopf stellen könnte.

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