Der erbitterte Krieg gegen Bargeld

Banken und Ökonomen haben das Bargeld im Visier. Die Logistik ist teuer, während elektronische Alternativen Gewinn bringen. Vor allem aber steht Bargeld den extremen Ideen einiger Notenbanker im Weg, die die Zinsen unter null drücken wollen. Auch für private Konten.

Die Gegner des Bargelds haben einen weiten Weg. In allen großen Währungsräumen steigt der Bargeldumlauf. In Südeuropa ist es besonders beliebt. Vor allem in der Krise wollen die Menschen Cash halten.
Die Gegner des Bargelds haben einen weiten Weg. In allen großen Währungsräumen steigt der Bargeldumlauf. In Südeuropa ist es besonders beliebt. Vor allem in der Krise wollen die Menschen Cash halten.
Die Gegner des Bargelds haben einen weiten Weg. In allen großen Währungsräumen steigt der Bargeldumlauf. In Südeuropa ist es besonders beliebt. Vor allem in der Krise wollen die Menschen Cash halten. – REUTERS

In keinem Land lieben die Menschen Bargeld so sehr wie in Österreich. Das belegen viele Studien. Die aktuellste stammt von der ING Bank, für die 13 Regionen von Amerika über Europa bis nach Australien untersucht wurden. Nur jeder zehnte Österreicher kann sich vorstellen, auf Bargeld zu verzichten. Im Europaschnitt ist es jeder Fünfte. Selbst die jungen Österreicher liegen weit unter dem Europaschnitt. Da ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass ÖVP und FPÖ im Wahlkampf versuchen, mit dem Bargeld-Thema zu punkten. Sie wollen das Recht auf Bargeld gar in der Verfassung verankern. Aber ist das geliebte Bargeld überhaupt in Gefahr? Und wenn ja, warum?

Die Antwort ist Ja: Es gibt Menschen, Institutionen und Unternehmen, die dem Bargeld an den Kragen wollen. Auch sie haben Studien, die hohe Kosten belegen und die Effizienz von Karten- und Handy-Zahlungen preisen. Es gibt sogar Studien zur Krankheitsübertragung via Bargeld. Die Medien nehmen den Ball dankbar an und schreiben: „Bargeld ist dreckig“ oder „Bargeld macht krank“. Und dann ist da noch das Argument, dass Verbrecher und Terroristen ja Bargeld nutzen würden. Steuerhinterzieher und Schwarzarbeiter sowieso.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2019)

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