WWF warnt vor Wasserkrise

In den Hauptanbaugebieten steigt das Dürrerisiko. Engpässe bei der Süßwasserzufuhr gibt es laut Organisation aber schon in Nordeuropa.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) imago images / Felix Abraham (Felix Abraham)

Berlin. Die Umweltstiftung WWF fordert angesichts der steigenden Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen wie Dürren eine bessere Wasserpolitik. Sonst sei nicht nur der Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Erdäpfel, Weizen und Mais, sondern auch die Energieversorgung gefährdet, heißt es in einem neuen WWF–Dürre-Report. Fast die Hälfte der weltweiten Wärmekraft werde in Gebieten mit hohem Dürrerisiko produziert. „Weltweit ist der Bau neuer Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke angesichts der Dürrekrise aberwitzig“, sagt WWF-Süßwasserexperte Philipp Wagnitz.

Die Organisation ermittelte das Dürrerisiko anhand verschiedener Indikatoren, wie etwa aktuellem Wassermangel und der Wahrscheinlichkeit von Dürren und Wassernutzung. Laut den präsentierten Daten wird der Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais und Reis bereits zu 22 Prozent in Gebieten mit hohem bis sehr hohem Dürrerisiko betrieben. Für wasserintensive Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Bergbau oder Energie müsse der nachhaltige Umgang mit Süßwasserressourcen in Risikogebieten verpflichtend sein.

Auch im Juli hatte der WWF die EU zu einem nachhaltigeren Umgang mit Süßwasser aufgerufen. Die Mitgliedstaaten müssten handeln, solange man die natürlichen Wasservorkommen retten könne. Selbst in nordeuropäischen Staaten würden sich heute Engpässe in der Süßwasserzufuhr abzeichnen. Grund dafür sei einerseits der Klimawandel. Darüber hinaus würden die Europäer ihre Wasserquellen aber auch, etwa durch die Landwirtschaft, überstrapazieren und den Wasserkreislauf durch unnatürliche Eingriffe stören. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2019)

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