Ermittlungen gegen Commerzbank

Die deutsche Bank soll bei Steuern getrickst haben.

(c) REUTERS (Ralph Orlowski)

Frankfurt. Die deutsche Commerzbank ist laut Insidern am Dienstag wegen mutmaßlicher Tricksereien bei Aktiengeschäften (Cum-Ex) durchsucht worden. Beamte der Staatsanwaltschaft Köln seien dort seit der Früh zugange. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte lediglich, dass am Dienstag wegen Cum-Ex-Geschäften Ermittlungsmaßnahmen stattfanden. Aufgrund des Steuergeheimnisses könnten keine weitergehenden Angaben gemacht werden. Die Commerzbank wollte sich zu laufenden Ermittlungen nicht äußern. Ein Sprecher betonte aber: „Wie in der Vergangenheit auch kooperieren wir selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass diese Angelegenheit schnellstmöglich aufgeklärt wird.“

Bei den sogenannten Cum-Ex-Geschäften ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer auf Aktiendividenden mit Hilfe von Banken mehrfach erstatten. Dazu verschoben sie um den Tag der Dividendenzahlung herum untereinander Aktien mit (lateinisch: „cum“) und ohne („ex“) Dividendenanspruch. Laut dem deutschen Finanzministerium sind dem Fiskus in Deutschland mehr als fünf Mrd. Euro entgangen, bevor die Gesetzeslücke 2012 geschlossen wurde. Andere Experten gehen von einem deutlich höheren Schaden aus.

Seit Ende 2015 prüft die Commerzbank ihr eigenes Verhalten bei Cum-Ex-Geschäften und hat dazu eine forensische Analyse beauftragt. Dabei war sie auch auf eigene Cum-Ex-Geschäfte gestoßen. Für die Aktiengeschäfte der Commerzbank sei die Analyse Anfang 2018 abgeschlossen worden, bezüglich der von der Commerzbank übernommenen Dresdner Bank dauerten sie noch an. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2019)

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