Gefährliche Eiszeit in Asien

Südkorea zerrt Japan wegen neuer Exporthürden vor die WTO. Tokio sieht darin nur eine „Normalisierung“ der Beziehung. Eskaliert der Streit weiter, trifft das die globale Hightechindustrie.

FILE PHOTO: Police officer stands guard near Japan and South Korea national flags at hotel, where South Korean embassy in Japan is holding the reception to mark the 50th anniversary of normalisation of ties between Seoul and Tokyo, in Tokyo
FILE PHOTO: Police officer stands guard near Japan and South Korea national flags at hotel, where South Korean embassy in Japan is holding the reception to mark the 50th anniversary of normalisation of ties between Seoul and Tokyo, in Tokyo
FILE PHOTO: Police officer stands guard near Japan and South Korea national flags at hotel, where South Korean embassy in Japan is holding the reception to mark the 50th anniversary of normalisation of ties between Seoul and Tokyo, in Tokyo – (c) REUTERS (Toru Hanai)

Wien. Die politischen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea haben einem neuen Tiefpunkt in der Nachkriegszeit erreicht. Am Mittwoch beschwerte sich Seoul bei der WTO über angebliche „Exportbeschränkungen“ aus Tokio. Wie berichtet, kontrolliert Japan die Ausfuhr bestimmter Chemikalien für die Produktion von Smartphones und Halbleitern nach Südkorea seit 4. Juli deutlich strenger als bisher.

Die Aktion sei politisch motiviert, klagt die neue linksgerichtete südkoreanische Regierung. Und die Wurzel des Konflikts reiche bis in die japanische Kolonialzeit von 1910 bis 1945 zurück. Tokio sei verärgert über ein Urteil des Obersten Gerichtshofs in Südkorea, wonach japanische Unternehmen ehemaligen Zwangsarbeitern Entschädigung bezahlen müssten.

Japan sieht das denkbar anders. Die Frage von allfälligen Entschädigungen sei seit Jahrzehnten vertraglich geklärt. Die schärferen Exportkontrollen hätten mit der konfliktreichen Geschichte der beiden Länder nichts zu tun. Südkorea sei lediglich von einer Liste an bevorzugten Handelspartnern gestrichen worden. Und das hat seinen Grund, versichern Diplomaten hinter vorgehaltener Hand.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2019)

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