Vatikan-Euromünzen dienen erstmals als Zahlungsmittel

Die EU verpflichtet den Stadtstaat dazu, mindestens 51 Prozent seiner Münzen zu ihrem Nennwert in Umlauf zu bringen. Die bisher nur für Sammler ausgegebenen Münzen waren eine gute Einnahmequelle für den Vatikan.

VATICAN COIN
VATICAN COIN
(c) EPA (Ho)

Erstmals seit Einführung des Euro bringt der Vatikan einem Medienbericht zufolge eigene Münzen für den Zahlungsverkehr in Umlauf. Zunächst werde eine kleinere Menge von 50-Cent-Münzen mit dem Konterfei von Papst Benedikt XVI. ausgegeben, berichtete der Religions-Informationsdienst i.media am Donnerstag. Bisher gab es Münzen des Vatikan nur für Sammler.

Gute Einnahmequelle für den Vatikan

Die neuen Münzen sollen nun ausschließlich in den Geschäften innerhalb von Vatikanstadt ausgegeben werden. So gibt es das Geld unter anderem im Supermarkt, an der Tankstelle und in der Post des kleinsten Staats der Welt, der nur für einen kleine Gruppe von Menschen frei zugänglich ist.

Die bisher für Sammler ausgegebenen Münzen sind eine gute Einnahmequelle für den Vatikan. Für ein Set mit dem Nennwert von 3,88 Euro verlangt der Vatikan bisher 30 Euro. Die EU-Kommission verpflichtete den Stadtstaat aber in einem Abkommen aus dem vergangenen Jahr, mindestens 51 Prozent seiner Münzen zu ihrem Nennwert in Umlauf zu bringen. Im Gegenzug darf nun aber die Zahl der für Sammler reservierten Münzen mehr als verdoppelt werden.

Sammler zahlten hohe Summen

Vatikanstadt prägt seit seiner Gründung im Jahr 1929 eigene Münzen. Mit dem Beitritt Italiens zur Eurozone im Jahr 2002 erhielt auch der Vatikan das Recht Euro-Münzen zu prägen, ebenso wie Monaco, dessen Landeswährung an den französischen Franc gekoppelt war.

Die ersten ausgegebenen Münzen mit dem Konterfei des damaligen Papstes Johannes Paul II. hatten unter Sammlern reißenden Absatz gefunden. Ein Satz mit dem Nominalwert von 3,88 Euro war damals mitunter für mehr als 1000 Euro gehandelt worden.

(Ag.)

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