Roubini stellt Frankreich mit Portugal auf eine Stufe

Der US-Ökonom beurteilt die Haushaltslage Frankreichs so schlecht wie die von Spanien oder Portugal. Er fordert eine Ausweitung des Euro-Rettungsfonds.

Nouriel Roubini
Nouriel Roubini
(c) AP (Chiang Ying-ying)

Nach Ansicht des US-Wirtschaftswissenschaftlers Nouriel Roubini müssen die Euro-Staaten ihren Rettungsfonds für verschuldete Länder deutlich ausweiten. Andernfalls riskierten sie einen Zusammenbruch der Euro-Zone, sagte Roubini der französischen Tageszeitung "Le Monde" vom Montag. Der als Pessimist bekannte Wissenschaftler hält für die Euro-Zone drei Szenarien für möglich.

Demnach könnte erstens der Rettungsschirm, unter den sich bisher nur Irland geflüchtet hat, in der Schuldenkrise helfen und die Finanzmärkte beruhigen. Dafür müsste aber der Umfang des Fonds von bisher 750 Milliarden Euro vergrößert werden, sagte Roubini.

Roubini sieht für Frankreich schwarz

Helfen könnte es der Euro-Zone zweitens auch, die Steuerpolitik besser zu koordinieren. Dies würde den Staaten erlauben, ihre "Probleme strukturell zu lösen", sagte der Ökonom. Allerdings müssten die Länder dafür einen Teil ihrer Souveränität abgeben, was insbesondere für Deutschland und Irland schwierig erscheine. Das dritte Szenario ist dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge eine Umschuldung verschuldeter Staaten. Die Gläubiger der Staatsanleihen müssten dann auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Dies würde einige Länder allerdings dazu zwingen, die Euro-Zone zu verlassen und diese daher zusammenbrechen lassen, sagte Roubini.

Der US-Ökonom beurteilt die Haushaltslage Frankreichs so schlecht wie die von Spanien oder Portugal, wie er "Le Monde" sagte. Die Schulden Frankreichs könnten die Investoren "eines Tages beunruhigen". Roubini hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise korrekt vorausgesagt.

(Ag.)

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