Goldman Sachs von alten Betrugsvorwürfen eingeholt

Im vergangenen Juli hatte die US-Bank 550 Mio. Dollar Strafe wegen unvollständiger Aufklärung über hochriskante Produkte kassiert. Nun gibt es eine neue Klage von der US-Versicherungsfirma ACA.

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Goldman – (c) REUTERS (Brendan Mcdermid)

Die US-Investmentbank Goldman Sachs muss sich mit alten Betrugsvorwürfen herumschlagen: Der Anleiheversicherer ACA Financial Guaranty Corporation verlangt von dem Wall-Street-Haus Schadenersatz für eine missglückte Wette auf US-Hypothekenpapiere.

Der Fall hatte Mitte vergangenen Jahres für Schlagzeilen gesorgt und schien eigentlich abgeschlossen. Goldman hatte nach langem Ringen mit der US-Börsenaufsicht SEC die Rekordstrafe von 550 Millionen Dollar gezahlt.

ACA will 120 Millionen Euro von Goldman

"ACA ist durch Goldmans Betrügereien in die Irre geführt worden", argumentiert die Versicherungsfirma. Sie verlangt insgesamt 120 Millionen Dollar von der Investmentbank und reichte Klage ein.

ACA war einer der Beteiligten am Finanzvehikel "Abacus", das weltweit für Negativschlagzeilen sorgte und schwer am Ruf der Wall-Street-Größe kratzte. "Goldman Sachs hat "Abacus" so gebaut, dass es scheitern musste", lautet der Vorwurf des Versicherers.

"Lückenhafte Information" bereits eingeräumt

Die Vorwürfe von ACA decken sich mit denen der US-Börsenaufsicht, die damit im April an die Öffentlichkeit gegangen war: Wie E-Mails verraten, haben Goldman Sachs und sein Geschäftspartner, der Hedge Fonds von John Paulson, bewusst auf einen Kurssturz und einen Einbruch der Immobilienblase gesetzt, die Kunden darüber aber nicht aufgeklärt.

"ACA hat in etwas investiert, das de facto wertlos war", heißt es in der Klage. Goldman hatte im Rahmen des damaligen Vergleichs mit der SEC eingeräumt, seine Anleger lückenhaft informiert zu haben.

Entschädigung auch an deutsche IKB

Die Börsenaufsicht hat im Juli 2010 mit der Strafe ein Exempel gegen Goldman Sachs statuiert. Von den insgesamt 550 Millionen Dollar, die Goldman sich die Entschädigung für dubiose Geschäftspraktiken kosten ließ, gingen 300 Millionen an das US-Finanzministerium.

Die deutsche IKB-Bank erhielt 150 Millionen Dollar, die Royal Bank of Scotland 100 Millionen Dollar. Insgesamt dürfte ein Schaden von mehr als einer Milliarde Dollar angefallen sein. Der nun klagende Anleiheversicherer ACA wird gerade sogar abgewickelt.

(Ag./Red.)

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