Euroländer brauchen heuer 1300 Mrd. Euro für Anleihen

40 Prozent der für die Refinanzierung nötigen 1300 Milliarden Euro brauchen alleine die sogenannten PIIGS-Länder. Österreich braucht 8,8 Milliarden Euro für die Schuldentilgung.

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Euro – (c) EPA (European Central Bank / Handout)

Die Regierungen der seit Jahresbeginn auf 17 Länder angewachsenen Eurozone werden heuer und auch in den kommenden Jahren die Kapitalmärkte besonders stark anzapfen müssen. Alleine um die 2011 fällig werdenden Staatsschulden bedienen zu können, liegt der Refinanzierungsbedarf - inklusive staatsnahe Organisationen - in Summe bei rund 1300 Milliarden Euro. 40 Prozent davon entfallen mit rund 518 Milliarden Euro allein auf die am höchsten verschuldeten sogenannten PIIGS-Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Für die Republik Österreich fällt der Kapitalbedarf zur Schuldentilgung mit 8,8 Milliarden Euro vergleichsweise gering aus.

Aber nicht nur die Eurozone-Länder haben einen extrem hohen Kapitalhunger, auch die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, muss heuer laut dem Finanznachrichtendienst Bloomberg überdurchschnittlich viel Geld aufnehmen, um ihre fällig werdenden Schuldtitel in Höhe von umgerechnet fast 2200 Milliarden Euro zurückzahlen zu können. Die in den vergangenen Jahren deutlich angestiegenen Staatsschulden wurden hauptsächlich durch die bereits seit mehreren Jahren dominierende Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgerufen.

Zinsen haben kräftig angezogen

Kein Wunder also, dass aufgrund des immensen Kapitalbedarfs die von den Investoren verlangten Zinsen gerade in den vergangenen Wochen wieder kräftig angezogen haben. Österreich etwa musste für seine am Mittwoch dieser Woche begebene elfjährige 4 Milliarden-Anleihe mit 3,685 Prozent um 30 Prozent höhere Zinsen als noch im Oktober 2010 akzeptieren. Portugal konnte mit seiner jüngsten zehnjährigen Emission mit 6,7 Prozent gerade noch unter der 7-Prozent-Marke bleiben. Auch Spanien musste heute für seine fünfjährige 3 Milliarden-Staatsanleihe mit 4,542 Prozent um knapp 30 Prozent mehr als noch im November (3,576 Prozent) bezahlen.

Am meisten frisches Geld zur Bedienung der fällig werdenden Staatsschulden muss unter den Euroländern heuer Deutschland (rund 306 Milliarden Euro) aufnehmen, gefolgt von Italien (301 Milliarden), Frankreich (287 Milliarden) und Spanien (136 Milliarden Euro).

In den kommenden Jahren werden dann deutlich weniger Staatsschulden fällig. Für die Eurozone verringert sich der Refinanzierungsbedarf 2012 auf 734 Milliarden Euro, 2013 auf 531 Milliarden und 2014 auf 461 Milliarden Euro. Auch für die Problemländer PIIGS entspannt sich die Lage etwas, in Summe werden 2012 weitere 323 Milliarden Euro, 2013 dann 243 Milliarden Euro fällig. Auch die US-Regierung muss 2012 mit umgerechnet 1264 Milliarden Euro wieder deutlich weniger frisches Geld aufbringen. 2013 fällt die Summe nach derzeitigem Stand auf 860 Milliarden Euro.

(APA)

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