"Irreführende Werbung": US-Mutter klagt Nutella

Sie sei "geschockt" gewesen, als sie erfahren habe, dass Nutella nicht "gesund und nahrhaft" sei. Ferrero soll allen Kunden Entschädigung zahlen.

Kalifornische Mutter klagt wegen
Kalifornische Mutter klagt wegen
(c) Reuters

Eine kalifornische Mutter zieht wegen irreführender Werbung für den Brotaufstrich Nutella vor Gericht. Sie sei "geschockt" gewesen, als sie erfahren habe, dass Nutella nicht "gesund und nahrhaft" sei, sondern viel Zucker und einen "gefährlich hohen Anteil gesättigten Fetts" enthalte, hieß es in der Klageschrift von Athena Hohenberg.

Darin forderte sie von dem Lebensmittelkonzern Ferrero Entschädigungen für alle US-Bürger, die seit dem Jahr 2000 einmal oder mehrfach Produkte von Nutella gekauft hätten.

Nutella soll seine Werbung ändern

Hohenberg, Mutter eines vier Jahre alten Kinds, begründete ihre Klage damit, dass Nutella damit werbe, zu einer "ausgeglichenen Ernährung" beizutragen. Damit würden Verbraucher in die Irre geführt. Sie forderte in ihrer Klage daher auch, dass Nutella seine Werbung ändern müsse.

In den USA gibt es häufig Klagen gegen Lebensmittelhersteller. Gerade in der vergangenen Woche sah sich die Fast-Food-Kette Taco Bell dem Vorwurf ausgesetzt, dass die Fleischgerichte zu wenig Fleisch enthielten. Konkurrent McDonald's sollte einmal viele Millionen zahlen, weil heißer Kaffee einer Frau Verbrennungen zugefügt hatte. Generell sind Raucher-, Asbest- und Brustimplantat-Klagen oder Klagen gegen Autohersteller und Pharmaunternehmen in den USA ein Milliardengeschäft. Besonders lukrativ sind Produkthaftungs-Klagen.

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"Italien bangt um sein Nutella"

Aber nicht nur in den USA droht Ferrero Ungemach. "Italien bangt um sein Nutella", schrieb eine italienische Zeitung im Sommer 2010. Grund war eine in Straßburg verabschiedete Regelung, wonach für jedes Produkt der jeweilige Anteil am täglichen durchschnittlichen Zucker-, Salz- oder Fettbedarf in Prozent ausgewiesen werden soll. "DiePresse.com" berichtete damals. Sollten zwei der Werte eine bestimmte Grenze überschreiten, dürfe das Lebensmittelprodukt nicht mehr als gesundheitsbezogen beworben werden, lautet die neue EU-Regel, die allerdings noch nicht in Kraft getreten ist.

Nach der Umsetzung könnte jedenfalls einer übertriebenen Werbung für ein Produkt ein Riegel vorgeschoben werden, denn die Unternehmen müssten ihre Behauptungen durch Studien auch nachweisen. Ferrero müsste also auf die heutige TV-Werbung von Nutella verzichten, in der der Brotaufstrich als gesundes, energiespendendes Produkt dargestellt wird.

(Ag.)

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