Größter Anleiheninvestor stößt US-Papiere komplett ab

Der Anleiheninvestor Pimco fürchtet einen drastischen Kursverfall, sobald die US-Notenbank Fed Ende Juni aufhört, US-Staatsanleihen aufzukaufen.

Groesster Anleiheninvestor stoesst USPapiere
Groesster Anleiheninvestor stoesst USPapiere
(c) Reuters (Nikola Solic)

Erstmals in seiner Geschichte hält der weltgrößte Anleihenfonds, der Total Return Fund von Pimco, keine US-Staatsanleihen mehr. Pimco hat sich dabei nicht nur von Bundesanleihen, sondern auch von sämtlichen Papieren anderer staatlicher Agenturen getrennt, berichtet "Financial Times Deutschland" (FTD).

Noch im November 2010 hatte der Anteil von US-Staatsanleihen im Total Return Fund von Pimco, dem weltweit wichtigsten Anleihenfonds seiner Art, 30 Prozent betragen. Seitdem war der Anteil auf 12 Prozent reduziert worden, ehe Pimco nun in der Nacht zum Donnerstag auf der Homepage den Totalausstieg verkündete.

Pimco fürchtet einen Kursverfall

Der Anleiheninvestor fürchtet dem Bericht zufolge einen Kursverfall, sobald die US-Notenbank Fed Ende Juni aufhört, den Markt über Käufe von US-Staatsanleihen zu stützen. Bis Juni werden Papiere im Wert von 600 Milliarden Dollar gekauft. Pimco-Gründer Bill Gross schätzt, dass seit Beginn des Anleihen-Aufkaufprogramms im November 2010 rund 70 Prozent der neu ausgegebenen Staatsanleihen bei der US-Notenbank gelandet sind, berichtet "FTD".

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Gross rechnet mit steigenden Renditen nach Auslaufen des Aufkaufprogramms. Momentan notieren zehnjährige US-Staatsanleihe mit einer Rendite von 3,5 Prozent. Vor Beginn des Aufkaufprogramms lag die Rendite noch bei 2,4 Prozent. Pimco erwartet nun eine Rendite von vier Prozent.

"Handel mit dem Teufel"

Schon Anfang Februar riet Pimco seinen Anlegern, Positionen in US-Staatsanleihen abzubauen und stattdessen in Schuldtitel von aufstrebenden Ländern zu investieren, wie "DiePresse.com" berichtete. "US-Staatsanleihen müssen aus den Portfolios verbannt und durch attraktivere Alternativen - sowohl auf Ebene des Risikos als auch der Rendite - ersetzt werden", sagte Bill Gross damals in seinem monatlichen Kommentar für die Investoren. Er sprach sogar von einem "Handel mit dem Teufel".

Gross hat in der Vergangenheit wiederholt vor der US-Geldpolitik gewarnt. Er kritisiert, dass die US-Notenbank China und Japan mittlerweile als größter Gläubiger Amerikas überholt hat. Für Gross ist das nichts anderes als ein "dreistes Schneeballsystem". Er bezeichnet die Schuldenmacherei der USA als kopflos.

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(phu)

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