"Norwegian": Streit um Billig-Piloten aus Estland

Die estnischen Piloten sollen um 40 Prozent niedrigere Löhne erhalten als ihre norwegischen Kollegen. Die Airline streitet "Sozialdumping" ab.

Norwegian Streit BilligPiloten Estland
Norwegian Streit BilligPiloten Estland
(c) REUTERS (Scanpix Scanpix)

Um das Anheuern billigen Flugpersonals aus Estland ist bei der norwegischen Fluglinie "Norwegian" ein Konflikt ausgebrochen. Die norwegische Pilotengewerkschaft will wegen der Personalpolitik des Unternehmens in Oslo zu Gericht ziehen. Die Wirtschaftszeitung "Dagens Naeringsliv" berichtete am Montag davon, dass die Airline über eine estnische Leiharbeitsfirma Piloten zu wesentlich schlechteren Bedingungen angestellt hat als diese für ihre norwegischen Kollegen gelten.

So sollen die via Estland angeheuerten Piloten statt der für ihre norwegischen Kollegen üblichen eine Million Kronen (128.115 Euro) nur 600.000 Kronen Jahresgehalt erhalten.

Protest norwegischer Piloten

Einem Norwegian-Sprecher zufolge ist der Gehaltsunterschied rechtlich in Ordnung, weil die angemieteten Piloten keine Inlands-Routen in Norwegen fliegen sollen. Daher könne man auch nicht von "sozialem Dumping" sprechen.

Einige norwegische Piloten weigerten sich zunächst aus Protest, an der Ausbildung der estnischen Piloten an der neu eröffneten Ost-Drehscheibe von Norwegian in Helsinki teilzunehmen. Die Unternehmensführung habe ihren Piloten mit Schadenersatzforderungen gedroht, woraufhin zumindest ein Teil von ihnen eingewilligt habe, am Montag dennoch in die finnische Hauptstadt zu reisen.

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