Griechenland besorgt sich 1,3 Milliarden Euro am Geldmarkt

Mit einer Rendite von 4,8 Prozent konnten Investoren angelockt werden. Die Nachfrage soll dreimal höher als das Angebot gewesen sein. Aufgrund lahmer Konjunktur strauchelt Griechenlands Wirtschaft.

Ratingagentur stuft Kreditwuerdigkeit Griechenlands weiter herab
Ratingagentur stuft Kreditwuerdigkeit Griechenlands weiter herab
dapd (Steffi Loos)

Das hoch verschuldete Griechenland hat sich am Geldmarkt mit 1,3 Milliarden Euro eingedeckt. Für die Papiere mit einer Laufzeit von sechs Monaten wurden die Investoren mit einer Rendite von 4,8 Prozent gelockt. Bei der vorangegangenen Auktion im August waren es noch 4,85 Prozent, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Staates beauftragte Finanzagentur am Dienstag mit. Die Nachfrage übertraf das Angebot um mehr als das Dreifache und war damit fast genauso stark wie zuvor. Knapp ein Drittel der Papiere wurden von Ausländern erworben, sagte der Chef der Finanzagentur, Petros Christodoulou.

Das gegen eine Pleite kämpfende Griechenland ist seit mehr als einem Jahr vom Anleihemarkt abgekoppelt, weil Investoren das Risiko scheuen. EU, Internationaler Währungsfonds und die Euro-Staaten hatten deshalb im Mai 2010 ein Rettungspaket über 110 Milliarden Euro geschnürt, um das Land liquide zu halten. Ein weiteres Rettungspaket über 109 Milliarden Euro liegt auf Eis. Zwar war eine frühere Freigabe als 2014 im Gespräch, diese gilt inzwischen aber als unwahrscheinlich. Es nimmt die Kritik zu, dass Griechenland seine versprochenen Sparzusagen nicht einhält und Reformen nicht schnell genug umsetzt.

Wegen mangelnder Fortschritte hatten IWF, EZB und EU-Kommission ihre Prüfung in Athen am Wochenende abgebrochen und der Regierung eine Frist bis Mitte September gesetzt, um die Sparbeschlüsse umzusetzen.

(Ag.)

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